18:23 15 November 2019
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    Westen befürchtet Neuannäherung Russland-Türkei – aber bis dahin ist es noch weit

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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan trifft sich am Dienstag in St. Petersburg mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin. Das ist die erste Auslandsreise des türkischen Staatschefs nach dem gescheiterten Putschversuch, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

    „Das wird ein historischer Besuch sein, ein neuer Beginn. Bei den Verhandlungen mit meinem Freund Wladimir, glaube ich, wird ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen aufgeschlagen“, sagte Erdogan vor der Russland-Reise.

    Wie der Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, am Freitag bei einem Presse-Briefing berichtete, werden bei dem Treffen die Wirtschaft, die Syrien-Krise und der Antiterrorkampf im Mittelpunkt stehen. 

    Mehr zum Thema: Putin zu Putschversuch in Türkei: Moskau gegen jegliches verfassungswidriges Vorgehen

    Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund der zugespitzten Beziehungen zwischen der Türkei und der EU und der USA statt. Dies sorgte für Besorgnisse in den westlichen Medien. „Der Wunsch, dem Westen eine Lektion zu erteilen, und ähnliche Positionen bei regionalen Sicherheitsfragen haben Moskau und Ankara nach der Versöhnung im Juni einander noch weiter angenähert. Ankara kann die Beziehungen zu Russland als Einflusshebel bei den Verhandlungen mit dem Westen nutzen“, schreibt „Financial Times“. Erdogan werde nicht mehr Syriens Präsidenten Baschar al-Assad kritisieren, und Moskau werde im Austausch dafür die syrischen Kurden unter stärkeren Druck setzen, so die Zeitung.

    „In seinem Land war er in einer sehr schwierigen Situation. Der einzige Staatschef, der positiv auf sein Vorgehen reagierte, war Putin. Allerdings kann man nicht in allen Bereichen schnell von Feindseligkeit zur Freundschaft übergehen. Während dies in der Wirtschaft real ist, kann Ankara im militärpolitischen Bereich keine Partnerschaft mit Moskau, losgelöst von der Nato, aufbauen “, sagte der Politologe Alexander Schumilin.

    „Die Türkei hat in der letzten Zeit ihre Beziehungen zu den Nachbarn verbessert, die Position zu Syrien wurde ebenfalls geändert, deswegen gab es bei dieser Frage wenige Kontroversen mit Moskau. Beide Länder können die gegenseitigen Beziehungen als Trumpf bei Gesprächen mit den westlichen Ländern nutzen. Falls sich die Beziehungen zwischen der Türkei und der Nato und der EU nicht verbessern, könnte Erdogan zu einer engeren Kooperation mit Moskau übergehen“, meint Esra Özyürek von der London School of Economics.

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    Juri Uschakow, Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, USA