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03:14 20 September 2019
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    Kampfhubschrauber Mi-35

    Zwecks Stabilitätsförderung: Kabul verlangt von Moskau neue Kampfhubschrauber

    © Sputnik / Alexander Wilf
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    Afghanistan verlangt von Russland eine unentgeltliche Militärhilfe für den Kampf gegen den so genannten "Islamischen Staat", schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag.

    Unter anderem geht es um eine kostenlose Lieferung von Kampfhubschraubern Mi-35.

    „Falls sich der IS und die Taliban tatsächlich vereinigt haben, um gegen die afghanische Armee und die US-Kräfte gemeinsam zu kämpfen, dann schwächt das die Positionen Kabuls und gefährdet die Sicherheit in der ganzen zentralasiatischen Region“, sagte eine Quelle in den afghanischen diplomatischen Kreisen. Früher konnte die Armee einzelne Gruppen der Kämpfer angreifen und diese oder jene Territorien zurückerobern. Jetzt ist dieses Ziel kaum noch zu erreichen. Moskau ist an der regionalen Stabilität sehr interessiert, und deshalb sieht sich Kabul berechtigt, seine Freunde um Hilfe zu bitten.“ Es gehe allerdings nicht um einen Militäreinsatz, ergänzte der Diplomat.

    Zuvor hatte die US-Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, die zwei terroristischen Gruppierungen hätten schon vor einigen Monaten heimlich einen Waffenstillstand vereinbart, um der afghanischen Armee und den US-Truppen effizienter zu widerstehen.

    Der Leiter des russischen Zentrums für Afghanistan-Studien, Omar Nessar, sieht in der Vereinigung des IS und der Taliban ein beunruhigendes Signal für die ganze Region, das den Verlauf der Gespräche zwischen Kabul und Moskau über die Waffenlieferungen beeinflussen könnte.

    „Das Thema Mi-35-Lieferungen wurde bei den jüngsten Verhandlungen des Vizeaußenministers Hamid Karzai in der russischen Hauptstadt aufgeworfen. Noch konkreter wurde darüber bei einem Treffen in Moskau unter Beteiligung von Vertretern des afghanischen Sicherheitsrats (…) gesprochen. Moskau ist an der Festigung der Positionen der afghanischen Kräfte interessiert. Die Frage ist aber, ob die afghanischen Militärs dem IS widerstehen können“, so Nessar.

    Moskau besteht allerdings auf entgeltlichen Hubschrauberlieferungen. Der Präsidentenbeauftragte für Afghanistan, Direktor des Zweiten Asien-Departements im Außenministerium, Samir Kabulow, sagte: „Falls Kabul keine Möglichkeiten für den Abschluss eines Vertrags auf kommerzieller Basis hat, dann ist zu erwähnen, dass die Nato bzw. die USA ganz konkrete Verpflichtungen haben. Dann sollen sie der afghanischen Führung finanzielle Hilfe leisten.“ Gleichzeitig erinnerte der Diplomat, dass Russland an Afghanistan unlängst 10 000 Kalaschnikow-Maschinenpistolen geliefert habe, „ohne darauf zu warten, dass die Nato dies tut.“

    Omar Nessar findet, dass angesichts der jüngsten Anspannung der Situation in Afghanistan die Verhandlungen zwischen Russland und der Nato über das Zusammenwirken am Hindukusch wiederaufgenommen werden sollten.

    „Es wäre logisch, den Dialog im Russland-Nato-Rat nach der Eskalation in Afghanistan wiederaufzunehmen, denn in Bezug auf Afghanistan hatten Russland und die Nato in letzter Zeit keine Kontroversen. Alles hängt davon ab, inwieweit die Interessen der Seiten übereinstimmen und wie aufrichtig die Absichten der Nato sind“, so der Experte.

    Zuvor hatte das russische Amt mitgeteilt, dass es von der Nato gewisse Signale über die mögliche Wiederaufnahme der Kooperation am Hindukusch erhalten hätte.

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    Tags:
    Mi-35, NATO, Omar Nessar, Russland, Afghanistan