SNA Radio
    Tschetschenische Spezialeinheiten bei der Militär-Expedition in der Arktis

    Ukraine-Krise kann sich negativ auf Russlands Kampf um die Arktis auswirken

    © Sputnik / Waleri Melnikow
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    Russland erschließt Arktis (171)
    31730

    Eine zuständige UN-Kommission befasst sich mit Russlands Antrag auf eine Erweiterung seiner Grenzen am Kontinentalschelf des Nördlichen Polarmeeres, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    US-amerikanischer strategischer Bomber B-52. Archivfoto
    © Foto : U.S. Air Force / Marianique Santos
    Russlands Minister für Bodenschätze und Umweltschutz, Sergej Donskoi, schätzt die Diskussion allgemein positiv ein, aber manche Experten warnen, dass Moskau auf den Widerstand der westlichen Arktis-Länder stoßen könnte.

    Der Kampf um die arktischen Bodenschätze hat sich in den letzten Jahren massiv verstärkt. Russland spielt dabei eine der wichtigsten Rollen, und seine Positionen sind ziemlich stark. Den Abschnitt des Kontinentalschelfs, an dem Russland interessiert ist, beanspruchen auch Kanada und Dänemark. Auch die USA und Norwegen würden ihre Grenzen im Hohen Norden gerne erweitern.

    Neueste Kampf-Montur im arktischem Eiswasser getestet — VIDEO

    In der UN-Kommission sitzen mehr als 20 Experten, die das Problem in New York hinter geschlossenen Türen erörtern. Russlands Interessen vertritt dabei vor allem Minister Donskoi. Seine Behörde hat gewichtige Argumente angeführt, die die Kommissionsmitglieder berücksichtigen müssten. Nach der aktuellen Sitzung werden jedoch keine konkreten Entscheidungen erwartet. Wahrscheinlich wird Moskau gewisse Empfehlungen bekommen, und das Thema wird in der nächsten Sitzung weiter besprochen werden. Donskoi behauptet, keinen Druck seitens anderer Länder zu spüren, „weil die UN-Kommission kein Ort ist, wo die Länder konkurrieren“.

    Der internationale UN-Ombudsmann für Seerecht, Wladimir Kotljar, fürchtet jedoch, dass Russland den Druck der westlichen Konkurrenz in der Arktis noch zu spüren bekommen könnte. „Alle Länder dürfen unter Umständen die Erweiterung ihres Arktisschelfs beanspruchen. Die Frage ist nur, wie sie ihre Ansprüche begründen. Wir haben enorm viel Arbeit geleistet und haben genügend Argumente angeführt, um eine für uns positive Entscheidung zu erwirken. Wenn es aber keine äußeren Faktoren wie beispielsweise die Ukraine-Krise gegeben hätte, dann könnte man wohl nichts gegen Russlands Antrag einwenden. Aber jetzt kann man kaum prognostizieren, wie sich die Kommission und der Westen in dieser Frage verhalten werden“, so der Experte. 

    Mehr zum Thema: Gefahren aus Arktis: Russland schützt seine Silos vor Tomahawk-Raketen

    Er zeigte sich überzeugt, dass die westlichen Länder alles Mögliche tun werden, um Russland den Schelf nicht zu überlassen. „In den kommenden Monaten könnte sich allerdings alles ändern. Denn die Erörterung solcher Anträge nimmt viel Zeit in Anspruch. Moskau hat sehr überzeugende geologische Nachweise, dass dieser Schelfabschnitt die Fortsetzung unserer Kontinentalplatte ist. Das ist das Hauptargument.“

    Nach vorläufigen Einschätzungen belaufen sich die Vorräte unter dem erwähnten Schelfabschnitt auf fünf Milliarden Tonnen Brennstoff. Hinzu kommen riesige Fischressourcen. Um diesen Abschnitt zu beanspruchen, hatte Russland eine mehr als zehn Jahre dauernde Vorbereitungsarbeit geleistet.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Russland erschließt Arktis (171)

    Zum Thema:

    Russland baut extra Eisbrecher-Flotte für die Arktis
    Interessensschutz in der Arktis: Russlands Militär kehrt zurück
    Neues Öl-Transportprojekt: „Russische Interessen in Arktis technisch bekräftigt“
    Luftlandetruppen erschließen arktischen Kriegsschauplatz
    Tags:
    Wladimir Kotljar, Sergej Donskoi, Russland, USA, Arktis