02:36 18 Juni 2019
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    Spitze beim Weizenexport: Russland könnte in diesem Jahr EU-Ausfuhr überholen

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    Russland könnte in diesem Landwirtschaftsjahr zum weltgrößten Weizenexporteur aufsteigen. Laut einer Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums überholt Russland sogar die gesamte EU bei der Weizenausfuhr. Experten zufolge steigt der russische Weizenexport um 4,5 Millionen auf 30 Millionen Tonnen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

    Laut dieser Prognose werden von 2016 bis 2017 in der EU 147,5 Millionen Tonnen Weizen geerntet. Im Juli hatte das US-Landwirtschaftsministerium 156,5 Millionen Tonnen für die EU vorausgesagt. Die Prognose wurde wegen des andauernden Regens in den wichtigsten Agrarregionen heruntergestuft, darunter in Frankreich, wo die Ernte höchstwahrscheinlich auf den Rekordtiefstand seit fast 30 Jahren sinken wird. Die Prognose für den Weizenexport aus der EU wurde von 34 auf 27 Millionen Tonnen korrigiert.

    Russland war im Landwirtschaftsjahr 2015-2016 weltweit größter Weizenexporteur – es wurden 25,5 Millionen Tonnen Weizen außer Landes gebracht. Russland überholte damit Kanada (22 Millionen Tonnen) und die USA (21,09 Millionen Tonnen).

    In diesem Jahr seien in Russland Rekordwerte bei der Getreide-Ernte zu erwarten – 114-118 Millionen Tonnen, darunter 69,5 Millionen Tonnen Weizen, so der russische Getreideverband. Nach Angaben des russischen Landwirtschaftsministeriums vom 15. August wuchs die Ernte im Vergleich zum Vorjahr um 29,4 Zentner/ha.

    Das analytische Zentrum Sowekon hob im August ebenfalls seine Ernteprognosen für Getreide von 108,8 Millionen auf 115,3 Millionen Tonnen und für Weizen von 66,1 Millionen auf 71,3 Millionen Tonnen an. Die Weizenernte werde einen Rekordwert seit den 1990er Jahren erreichen, so Sowekon-Chef Andrej Sisow. Eine Herabstufung der Prognose sei nicht zu erwarten. Nicht ausgeschlossen sei hingegen eine Anhebung der erwarteten Mengen, meint der Präsident des russischen Getreideverbands, Arkadi Slotschewski.

    Russland exportiere Weizen in rund 130 Länder, vor allem nach Ägypten, in die Türkei, den Iran, so Slotschewski. Seit kurzem gehören zu den Importeuren Lateinamerika und Länder der Pazifikregion – Indonesien, Thailand und Südkorea. In der nächsten Zeit könnten Mexiko und Marokko dazukommen.

    Der russische Weizen ist billiger als bei der Konkurrenz – 172 US-Dollar pro Tonne. Zum Vergleich: französischer Weizen kostet 193 US-Dollar, der US-amerikanische 188 US-Dollar.

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    Landwirtschaft, Weizen, Getreide, Arkadi Slotschewski, Russland