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    Krieg USA-China möglich: Technische Überlegenheit vs. menschliche Ressourcen

    © REUTERS / China Daily
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    Nesawissimaja Gaseta
    China und USA auf Konfrontationskurs (73)
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    Die USA haben das Szenario eines möglichen Kriegs mit China durchgespielt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Wäre der Konflikt jetzt ausgebrochen, würden die Amerikaner relativ geringe Verluste erleiden. In zehn Jahren müssten die USA einen hohen Preis zahlen. Angesichts der Größenordnung der Wirtschaftsverbindungen wünschen sich die Seiten keine Konfrontation.

    Die Prognose eines amerikanisch-chinesischen Kriegs wurde von der Denkfabrik RAND Corporation im Auftrag der Landstreitkräfte der USA entwickelt. Nach Angaben der britischen Zeitung „Express“ beteiligte sich der ehemalige Geheimdienstberater Obamas, David Gompert, an der Erstellung des Papiers.

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    Wie es dort heißt, nimmt das Risiko eines Zusammenstoßes zwischen China und den USA mit jedem Tag zu. Verantwortlich dafür sei Peking wegen seines Muskelspiels im Südchinesischen Meer.

    Laut „Wall Street Journal“ waren die USA und China letztes Mal in den 1950er-Jahren im Kriegszustand, und zwar in Korea. Später drohte US-Präsident David Eisenhower China mehrmals mit einem Atomangriff wegen des Streits um Taiwan.

    Die USA und China sind die größten gegenseitigen Handelspartner. Deswegen sind viele der Ansicht, dass ein Militärkonflikt zwischen den beiden Riesen ausgeschlossen ist. Dennoch behauptet Rand, dass ein solches Szenario angesichts der Krisen im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer nicht als unwahrscheinlich bezeichnet werden darf. 

    „Die Gewalt kann schnell ausbrechen“, heißt es in dem Bericht. Jede Seite hat Hochpräzisionswaffen sowie Cyber- und Weltraumtechnologien stationiert. Sie können den militärischen Objekten der anderen Seite einen enormen Schaden zufügen, darunter chinesische bodengestützte Raketen und US-Flugzeugträger. Im Ergebnis sei das Kommando daran interessiert, zuerst einen großen Schlag zu versetzen, weil sonst eine Niederlage drohe.

    Wenn die Situation außer Kontrolle gerät, könnten sich die Kampfhandlungen in die Länge ziehen. Doch es würde kaum zum Einsatz von Atomwaffen kommen. Beide Mächte verfügen über Industrie- und demografische Ressourcen, um schwere Verluste zu kompensieren. Wie schon im Korea-Krieg, würde es keinen eindeutigen Gewinner geben.

    Für die USA sei es wichtig, das richtige Gleichgewicht zwischen dem Demonstrieren von friedlichen Absichten und unbeugsamem Willen zu finden. Laut den Verfassern des Berichtes könnte ein Krieg ausbrechen, wenn China die Bereitschaft der USA unterschätzt, ihre Verbündeten in Ostasien zu schützen.

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    Die Studie enthält verschiedene Varianten eines Konfliktes, jeweils abhängig von seinem Beginn. Gegenwärtig würden die USA unbedeutende Verluste erleiden. Doch 2025 würde die Situation anders aussehen. Die Amerikaner müssten dann einen viel höheren Preis zahlen. China verkürzt rasant seinen Rückstand auf die USA im Wirtschafts- und Militärbereich.

    Laut dem Fernostexperten Alexander Larin ist ein Krieg wohl eher ausgeschlossen, dennoch analysieren beide Länder, welche Handlungen in solch einem Fall unternommen werden müssten. Doch angesichts der möglichen zerstörerischen Folgen eines Konflikts und negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft senden die Seiten einander Signale, dass sie die Kontroversen im Südchinesischen Meer und in Bezug auf Taiwan nicht zuspitzen wollen.

    „Aus Sicht der technischen Ausstattung der chinesischen Streitkräfte bleibt China bislang hinter den USA zurück. Doch sein Vorteil sind die großen menschlichen Ressourcen. In diesem Sinne haben die chinesischen Strategen die Nase vorn. In den kommenden Jahren werden wir wohl Augenzeugen eines verschärften Kampfes zwischen China und den USA um den Einfluss in Eurasien und nicht eines Kriegs sein“, so der Experte.

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    David Eisenhower, David Gompert, Barack Obama, Südchinesisches Meer, USA, China