22:51 05 April 2020
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    Russische Militärs und Diplomaten haben am Mittwoch scharf auf die Kritik des US-Außenministeriums zur Nutzung des iranischen Stützpunktes Hamadan durch russische Fliegerkräfte bei Luftangriffen in Syrien reagiert. Die Zeitung „Kommersant“ analysiert diese Positionen.

    Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow verstößt das Vorgehen nicht gegen das Völkerrecht. Das russische Verteidigungsministerium verwies gleichzeitig darauf, dass Russland noch immer auf offizielle Bitte der Regierung in Damaskus in Syrien aktiv ist.

    Am Dienstag hatte das US-Außenministerium Kritik an der Stationierung der russischen Militärlieger vom Typ Tu-22M3 und Angriffsbomber vom Typ Su-34 auf dem iranischen Stützpunkt Hamadan geübt. Das russische Vorgehen sei verfehlt und löse Bedauern aus, hieß es. Zudem wurde betont, dass ein möglicher Verstoß gegen die Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrats untersucht werde.

    Moskaus Reaktion erfolte ebenfalls scharf. „Es gibt keinen Anlass, Russland der Verletzung der Resolution 2231 zu verdächtigen“, sagte Außenminister Lawrow. Es habe weder Lieferungen, noch Verkauf oder Übergabe von Militärflugzeugen an den Iran gegeben. Diese Flugzeuge würden auf Zustimmung des Irans zur Teilnahme an der Antiterroroperation in Syrien auf Bitte der legitimen syrischen Führung genutzt. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, empfahl den Mitarbeitern des US-Außenamtes gar, ihre Kenntnisse im Völkerrecht zu überprüfen. „Gibt es einen Punkt des UN-Statuts, eine Resolution des UN-Sicherheitsrats bzw. einen bilateralen Vertrag zwischen den USA und Syrien, die die Bombenangriffe in den syrischen Gebieten mit Flugzeugen und Angriffsdrohnen der USA vom türkischen Stützpunkt Incirlik und den anderen ausländischen Stützpunkten erlauben?“. 

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    Die Umsetzung der Kampfaufgaben der russischen Luftwaffe in Syrien beeinflusste der verbale Schlagabtausch nicht, hieß es. Die Su-34-Bomber starteten von Hamadan aus in die syrische Provinz Deir ez-Zor, wo mit Freifallbomben vom Typ OFAB-500 Angriffe gegen Terroristen-Stellungen des IS geflogen wurden. Bei dem Angriff wurden mehrere Kommandostellen und große Trainingscamps der Extremisten sowie mehr als 150 Extremisten vernichtet.

    Wie aus militärischen Kreisen verlautete, hängt die Wahl des Stützpunktes Hamadan mit mehreren Faktoren zusammen, vor allem die Nähe zu den syrischen Krisenzentren Aleppo und Deir ez-Zor und die Möglichkeit, die Tu-22M3 und Su-34 mit einem kompletten Munitionssatz zu beladen. In nächster Zeit sollen die Aktivitäten der russischen Luftstreitkräfte intensiviert werden – die Zahl der Starts der Bomber von den Stützpunkten Hmeimim und Hamadan wird demnach steigen. 

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    Dabei geht es nicht um einen Ausbau der in Syrien stationierten Flugzeugflotte. Bei Bedarf sei vielmehr die Marine bereit, Marschflugkörper vom Typ Kalibr-NK einzusetzen. Am 15. August begannen im südwestlichen Teil des Kaspischen Meeres und im östlichen Teil des Mittelmeeres Manöver und Übungen der Schiffsangriffsgruppe. Dabei wird die Gefahrenabwehr für die militärische Sicherheit, darunter Terrorbedrohungen, geübt. Am Manöver nehmen Schiffe vom Typ Bujan-M teil, die mit Kalibr-Raketen ausgerüstet sind. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Wladimir Komojedow, schließt nicht aus, dass auch Marschflugkörper gegen Islamischen Staat (IS) abgefeuert werden.

    Allerdings würden trotz der Kontroversen die diplomatischen, militärischen und Aufklärungsdienste Russlands und der USA ständig zusammenarbeiten, so eine Quelle aus dem russischen Generalstab. Nach „Kommersant“-Angaben kann zwischen Moskau und Washington also durchaus künftig ein gemeinsames Dokument unterzeichnet werden, welche Zusammenwirken und Koordinierung zwischen den Militärs beider Länder in Syrien regeln wird.

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    Tu-22M3, Su-34, Terrormiliz Daesh, USA, Syrien, Russland