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    F-16-Jets auf dem Militärstützpunkt Incirlik in der Türkei

    Syrien-Einsatz: Türkisches Incirlik passt Russland nicht

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    Von Iswestija
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    Der türkische Militärstützpunkt Incirlik ist nicht für die russischen Kampfjets, die am Syrien-Einsatz beteiligt sind, ausgelegt, wie die Zeitung "Iswestija" am Mittwoch schreibt.

    Der frühere Befehlshaber der russischen Luftstreitkräfte, Pjotr Dejnekin, sagt demnach, dass die Russen Incirlik nur als Absprungflugplatz oder als Ort zum Nachtanken ihrer Jets nutzen könnten. Dafür müsste dort allerdings ähnliches Personal wie im iranischen Hamadan stationiert werden.

    „Die Nutzung des Stützpunktes Incirlik ist eher eine politische Frage, und falls die türkische Führung tatsächlich am Zusammenwirken im Kampf gegen die Terroristen interessiert ist, dann wären wir aus militärischer Sicht bereit, jeden Fliegerstützpunkt zu nutzen“, so der General.

    Laut einem Bericht des Kommandos der russischen Luft- und Weltraumtruppen sind mit Incirlik allerdings gewisse Schwierigkeiten verbunden. „Die Experten der Luft- und Weltraumtruppen haben in ihrem Bericht mögliche Szenarien der Nutzung des Stützpunktes Incirlik eingeschätzt und festgestellt, dass er den Anforderungen und Aufgaben nicht entspreche, die vor unseren Kräften in Syrien stehen“, hieß es. „Der Stützpunkt Incirlik liegt im Südosten der Türkei, nahe der Grenze zum Iran und dem Irak, während die russischen Kampfjets größtenteils im Westen Syriens eingesetzt werden. Zudem gibt es einige technische Schwierigkeiten: So sind die Anschlussstutzen der Nato-Tankanlagen nicht für russische Flugzeuge wie Su-34 geeignet. Dann müssten wir unsere Stutzen immer bei uns haben“, so die Quelle.

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    Am Samstag hatte der türkische Premier Binali Yildirim erklärt, Russland könnte durchaus auch den Stützpunkt Incirlik nutzen, „falls dies nötig sein sollte“. Dabei betonte er aber, Ankara hätte keinen entsprechenden Antrag der russischen Behörden erhalten. Experten vermuten, dass die Erscheinung russischer Kampfjets in Incirlik von den Nato-Verbündeten der Türkei, vor allem von den USA negativ wahrgenommen werden könnte, die diesen Stützpunkt ebenfalls nutzen und dort Atomwaffen lagern haen sollen.

    General Dejnekin zeigte sich allerdings überzeugt, dass Russland keine ständige Stationierung in Incirlik bräuchte, sondern den Stützpunkt per „Schichtprinzip“ nutzen könnte. Was technische Fragen angehe, so ließen sie sich relativ leicht regeln, betonte er. „Wir haben doch in Russland auch gelernt, ausländische Zivilflugzeuge zu warten. Außerdem ist Syrien kein so großes Land. Probleme entstehen, wenn wir Flugplätze in Russland nutzen, wo unsere Kräfte ständig stationiert werden. Deshalb würden sowohl Incirlik als auch Hamadan aus Sicht der Einsatzeffizienz unserer Fliegerkräfte besser passen. Wie gesagt, das ist kein technisches, sondern eher ein politisches Problem“, so der General.

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    Incirlik, Su-34, NATO, Binali Yildirim, Pjotr Dejnekin, Syrien, Türkei, Russland