10:24 17 Januar 2018
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    Nordkoreas Staatschef Kim Jong-Un

    Dreier-Gipfel in Tokio: Nordkoreas Rakete bestimmte den Kurs

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    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)
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    Das jüngste Treffen der Außenminister Japans, Chinas und Südkoreas in Tokio hat angesichts der Spannungen zwischen den drei Ländern in den vergangenen Monaten keine Durchbrüche erwarten lassen. Aber mit einem Mal war die Tagesordnung „gerettet“: mit dem Raketenstart durch Nordkorea, wie die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag schreibt.

    Trotz der immer größeren gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeit zwischen China, Südkorea und Japan erleben ihre politischen Beziehungen seit Ende 2015 eine Talfahrt. Peking und Tokio streiten miteinander, weil die Japaner nach Einschätzung der Chinesen viel zu intensiv Pekings Widersacher bei den Auseinandersetzungen um verschiedene Inseln im Südchinesischen Meer unterstützen.

    Die Beziehungen zwischen dem Reich der Mitte und Südkorea spannten sich in den letzten Monaten noch mehr an, nachdem die Koreaner auf ihrem Territorium die Stationierung des US-amerikanischen Raketenabwehrsystems THAAD zuließen. Offizielle chinesische Medien reagierten darauf mit der Warnung, Südkorea könnte im Falle eines Konflikts zwischen Peking und Washington „zur ersten Zielscheibe werden“.

    Bei dem Treffen in Tokio war ursprünglich nicht einmal eine gemeinsame  Pressekonferenz geplant. Es wurde erwartet, dass die Außenminister hinter geschlossenen Türen gegenseitige Vorwürfe austauschten und anschließend getrennte Wege gehen würden.

    Alles änderte sich aber in der Nacht zu Mittwoch, als Nordkorea von einem U-Boot eine ballistische Rakete startete, die etwa 500 Kilometer in Richtung Japan flog. Experten zufolge war das Pjöngjangs erfolgreichster Raketenstart in der Geschichte. Das bedeutet, dass Nordkorea jetzt über Waffen verfügt, die Objekte in Südkorea, aber auch auf dem größten Teil des japanischen Territoriums gefährden.

    Abgefeuert von U-Boot: Nordkorea testet Rakete

    „Wir rufen Nordkorea angesichts seines provokativen Verhaltens zur Zurückhaltung und zur Einhaltung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats auf“, erklärte angesichts dessen der japanische Chefdiplomat Fumio Kishida.

    Allerdings gebe es bei trilateralen Treffen im Format „China-Japan-Südkorea“ trotzdem keine eigenständige Tagesordnung, stellte der Asien-Experte des Moskauer Carnegie-Centers, Alexander Gabujew, fest. „Egal wie die Tagesordnung aussehen könnte, sieht sie die Einbeziehung anderer Akteure vor. Im Kontext des dreiseitigen Freihandelsraums würde sich die Frage stellen, wie dieser mit der Transpazifischen Partnerschaft und der Allumfassenden regionalen Wirtschaftspartnerschaft korrelieren würde. Wenn sie sich mit dem nordkoreanischen Atomprogramm befassen würden, würden die USA unvermeidlich ausgeklammert bleiben. Die drei Länder könnten ihre historischen Kontroversen besprechen, aber dann müssten sie auch die Länder Südostasiens in die Debatte einbeziehen“, so der Experte.

    James Schoff vom Carnegie Center in Washington wiederum meint, dass die südostasiatischen Länder ziemlich viele Themen erörtern könnten, aber ihre gegenseitigen Vorwürfe hindern sie daran. „Sie könnten die künftige Tagesordnung des Ostasiatischen Gipfels oder des baldigen G20-Gipfels in Hangzhou besprechen. Sie könnten zur Führungskraft in multilateralen Formaten werden. Doch das ist wegen ihrer Widersprüche kaum möglich, von denen die meisten, von außen betrachtet, kaum Bedeutung haben“, betonte Schoff.

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    Tags:
    Luftabwehrsystem THAAD, China, Japan, USA, Südkorea, Nordkorea
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