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    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
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    Vertreter des Verteidigungsministeriums Russlands und Pentagons werden Konsultationen zu den Aussichten des Zusammenwirkens in Syrien abhalten, schreibt die „Kommersant“ am Dienstag.

    Bei dem Treffen sollen Fragen besprochen werden, die mit der Trennung der „gemäßigten Opposition“ von Extremisten sowie der kritischen Situation in Aleppo verbunden sind. Laut einer Quelle in staatlichen Strukturen Russlands ist eine Vereinbarung zur Koordinierung zwischen den Militärs Russlands und den USA in Syrien möglich, doch das wird durch die sture Position Pentagons verhindert.

    Die Vereinbarungen zur Intensivierung der bilateralen Militärkontakte wurden bei den Verhandlungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow und US-Außenminister John Kerry erreicht. Vorgesehen werden Expertentreffen in Genf sowie Verhandlungen zwischen der Führung des russischen Stützpunktes im syrischen Hmeimim und Vertretern des US-Kommandos im jordanischen Amman, die Lawrow zufolge in der letzten Zeit stolperten.

    Laut Militärquellen haben die Konsultationen zwar technischen Charakter, von ihren Ergebnissen hängen jedoch in vielerlei Hinsicht weitere Schritte Russlands und der USA in Syrien ab. Es gibt zwei Hauptfragen: Trennung der „gemäßigten Opposition“ von den Extremisten der Dschebhat an-Nusra und die kritische Situation in Aleppo. Bei der ersten Frage gibt es einen Fortschritt – John Kerry übergab Lawrow eine Liste der Gruppierungen, die sich dem Waffenstillstand anschlossen. Als Antwort wurde die Liste der Organisationen übergeben, die mit Dschebhat an-Nusra kooperierten. Die Aleppo-Frage soll möglichst schnell gelöst werden. Die Intensität des Beschusses nimmt seit der vergangenen Woche ständig zu. Terroristen eröffnen Feuer gegen die Stadtviertel Hai al-Ansari und Leramon, nahe des Gaswerks und des Einkaufszentrums Castello.

    Die syrischen Fliegerkräfte versuchen zwar, Autos mit Extremisten und Munition bereits bei der Zufahrt zur westlichen und südwestlichen Front von Aleppo zu vernichten, einige Autos geraten jedoch über Blockade und Extremisten bekommen Nachschub aus den benachbarten Provinzen Idlib und Hama.

    Nach Angaben russischer Medien besprechen Moskau und Washington die Möglichkeit der koordinierten Angriffe auf Extremisten in Aleppo ab Mitte September, wenn in der Stadt und Umgebung nur diejenigen bleiben, die Waffen nicht niederlegen wollten. Laut einer hochrangigen „Kommersant“-Quelle wäre eine Vereinbarung auf diplomatischer Ebene über Koordinierung zwischen Militärs möglich, hätte es keine harte Position Pentagons gegeben. Wie Pentagon-Sprecher Peter Cook am Montag berichtete, gibt es zwischen Russland und den USA keine endgültige Einigung zum militärischen Bestandteil der Syrien-Frage. Einer russischen Quelle zufolge hängen die Hoffnungen auf eine vollwertige Kooperation zwischen zwei Ländern in Syrien völlig von US-Partnern ab. Sie haben vor einem halben Jahr versprochen, Opposition von Terroristen zu trennen. Diese sechs Monate brachten ernsthafte Verluste unter Regierungstruppen sowie zahlreiche Opfer unter friedlicher Bevölkerung, wonach die Terroristen es geschafft haben, ihre Kräfte zu stärken und Arsenale in allen wichtigsten Richtungen aufzustocken, so die Quelle.

    Laut dem Oberst i.R. Viktor Murachowski werden Russland und die USA in der jetzigen Situation es kaum schaffen, gemeinsame Operationen durchzuführen. Es werde sich eher um die Teilung der Verantwortungsgebiete handeln. In Theorie können das russische Verteidigungsministerium und das Pentagon gemeinsame Kontrollorgane schaffen, die Verstöße gegen den Waffenstillstand fixieren werden. Doch während die Assad-Armee von Russland ziemlich effektiv kontrolliert werde, sei nicht klar, wie die USA verschiedene Oppositionsgruppierungen beeinflussen können, so der Experte.

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    Viktor Murachowski, John Kerry, Sergej Lawrow, Aleppo, Syrien, USA, Russland