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03:07 18 August 2019
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    Ölgewinnung in Singapur

    Kommt doch ein Öl-Deal zwischen Moskau und Riad zustande?

    © REUTERS / Edgar Su
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    Rettungsanker in der Ölkrise (90)
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    Ein halbes Jahr nach dem Scheitern der vorherigen Verhandlungen bemühen sich Moskau und Riad erneut um die Stabilisierung der Ölpreise, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Nach dem Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit dem saudischen Prinzen Mohammed bin Salman Ende der vergangenen Woche haben die Seiten eine gemeinsame Erklärung über „die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit“ vereinbart.

    Wie der russische Energieminister Alexander Nowak jüngst ankündigte, werden im Rahmen eines Energieforums in Algerien Ende September und einer OPEC-Sitzung im November konkrete Schritte erörtert werden. Nach seinen Worten käme dabei unter anderem eine Kürzung der Ölförderung infrage.

    Die Wiederaufnahme der russisch-saudischen Gespräche haben mehrere OPEC-Länder befürwortet, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait.

    Ölgewinnung in Saudi-Arabien
    © AFP 2019 / Marwan Naamani

    Es ist allerdings immer noch nicht ganz klar, ob Riad tatsächlich seine Politik zur Aufrechterhaltung seines Marktanteils, die es seit Mitte 2014 ausübt, aufgeben und eine Preissteigerung unterstützen könnte.

    Bis zuletzt war bei allen Debatten die Position des Irans der Stein des Anstoßes, der auf seinem Recht bestand, die Ölförderung auf etwa vier Millionen Barrel pro Tag auszubauen (so viel hatte die Islamische Republik zu dem Zeitpunkt gefördert, als internationale Sanktionen gegen sie verhängt wurden; im Juli belief sich diese Zahl auf 3,6 Millionen Barrel). Das ließen sich die Saudis, die ihren Marktanteil nicht verlieren wollten, nicht gefallen.

    Kürzlich sagte Energieminister Halid al-Falih jedoch, das Einfrieren der Ölförderung sei im Moment nicht nötig, weil sich der Markt „in die richtige Richtung entwickelt“.

    Manche Experten sind der Ansicht, dass die Bedingungen für einen Deal zwischen Moskau und Riad derzeit besser als im April sind. „Beide Länder fördern derzeit historisch maximale Ölmengen, während der Ölpreis für die beiden ungünstig ist – wegen der mangelhaft ausbalancierten Haushalte“, sagte Karen Kostanjan von BofA-ML. Zudem verwies er darauf, dass die Saudis ihr Ziel, den Aufschwung der Schieferöl-Förderung in den USA einzudämmen, erreicht haben.

    Für Russland ist der Unterschied zwischen 50 und 40 Dollar pro Barrel prinzipiell wichtig: Im ersten Fall hätte sein Haushalt in den kommenden Jahren einen akzeptablen Überschuss von etwa drei Prozent. Andernfalls müsste das Finanzministerium die Ausgaben ernsthaft kürzen.

    „Wir sehen, dass der Iran das Vorsanktions-Niveau praktisch erreicht hat, und jetzt werden die Fördermengen nur sehr langsam wachsen“, sagte Valeri Nesterow von Sberbank Investments Research. „Deshalb ist es nicht so wichtig, ob sich dieses Land an dem Deal beteiligen wird.“ Der Branchenkenner vermutete, dass Teheran erst in einem bzw. in zwei Jahren auf das „Target“-Niveau kommen könnte. Es sei wichtig, den Ölpreis auf dem Niveau von etwa 50 Dollar pro Barrel zu stabilisieren, was für die OPEC und auch für den russischen Haushalt komfortabel wäre. Gleichzeitig bestünde kein Risiko eines neuen Aufschwungs der Schieferöl-Förderung in Amerika.

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    Öl, OPEC, Mohammed bin Salman al-Saud, Wladimir Putin, Russland, Saudi-Arabien