06:22 11 Dezember 2019
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    Donald Trump

    USA: Libertäre könnten Trump zum Wahlsieg gegen Clinton verhelfen

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    Wenn im US-Wahlrennen ein Präsidentschaftskandidat der Libertären auftauchen sollte, könnte das auf die Arbeit des Wahlstabs von US-Milliardär Donald Trump zurückzuführen sein, schreibt die „Iswestija“ am Dienstag.

    In den USA hat die letzte Etappe des Wahlkampfs begonnen. Der republikanische Kandidat Donald Trump verkürzt den Rückstand auf die demokratische Kandidatin Hillary Clinton auf ein Prozent. Allerdings stieg auch ein Kandidat einer dritten Partei ins Wahlrennen. Der Libertäre Gary Johnson wird nach letzten Angaben von zehn Prozent der US-Wähler unterstützt. Seine Teilnahme am Wahlkampf bereitet Clinton mehr Probleme und könnte Trump zum Wahlsieg verhelfen.

    Laut jüngsten Umfragen, in denen Johnson vorkommt, ist der Abstand zwischen Clinton und Trump hauchdünn. Bei den Umfrageergebnissen ohne Johnson war der Abstand deutlicher. Daraus kann der Schluss gezogen werden, dass Johnson Clinton mehr Stimmen wegnimmt als Trump. Diese Tendenz ist schwer zu erklären, denn Johnsons Programm unterscheide sich deutlich von den Programmen der beiden anderen Kandidaten, sagte der Experte des internationalen Diskussionsklubs Waldai, William Wohlforth. 

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    Der frühere Gouverneur des Bundesstaats New Mexiko von den Republikanern bezeichnet sich als Alternative für Trump. Auf den ersten Blick bekommt man den Eindruck, dass ein Libertärer eine Bedrohung für Trump darstellt und Stimmen holen kann, die Trump für einen Sieg fehlen werden. Doch die Wähler, die heute nicht für den Republikaner stimmen wollen und aus Protest Clinton ihre Stimme geben möchten, würden den Libertären Johnson bevorzugen. Eine solche Entwicklung könnte ein Vorteil für den Milliardär sein. Es sei nicht ausgeschlossen, dass  Johnsons Einstieg in den Wahlkampf von Trumps Team vorbereitet wurde – als Schaffung eines Kandidaten, der eine Alternative für den Milliardär bietet und Clinton die Stimmen klaut.

    Natürlich wird der Libertäre es nicht schaffen, bei der Wahl zu gewinnen, doch den Ausgang des Wahlkampfes kann er beeinflussen. Die Kandidaten der Libertären haben in der Geschichte der USA nie mehr als ein Prozent der Stimmen geholt, doch der jetzige Wahlkampf wurde bereits von vielen Experten als einer der unvorhersehbarsten bezeichnet. 

    Trump ist jetzt in einer attackierenden Position, es bleiben zwei Monate, um sich Stimmen zu holen. Clinton gilt zwar als Favoritin, doch ihr großer Vorsprung von 13 bis 15 Prozent ist geschmolzen. Nach jüngsten Umfragen liegt sie ein bis sieben Prozent vor Trump. Laut einer Reuters-Umfrage steht Trump sogar zum ersten Mal mit 40 Prozent an der Spitze, während Clinton 39 Prozent auf sich vereint.

    US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump
    © REUTERS / David Becker/Nancy Wiechec

    Laut dem Politologen Alexej Fenenko ist für Trump jetzt am Wichtigsten, die Republikaner zu vereinigen, damit sie hinter seinem Rücken nicht ein Spiel zur Unterstützung Clintons führen. Dafür müsse er eine Administration aus klassischen Republikanern bilden, so Fenenko.

    Am 26. September beginnen die ersten Debatten, die gewöhnlich die Wähler beeinflussen, die ihre Wahl noch nicht getroffen haben. Deswegen ist jetzt die Hauptaufgabe für Trump, eine Strategie auszuarbeiten, wie man diese Wähler für sich gewinnen kann.

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