02:18 07 Dezember 2019
SNA Radio
    Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Außenministerin Hillary Clinton (Archivbild)

    Clinton will von Putins „Bad-Boy-Image“ profitieren

    © Sputnik / Grigoriy Sysoev
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Präsidentenwahl in USA (2016) (443)
    10579
    Abonnieren

    Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton setzt auf die „russische Karte“, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Vor kurzem erklärte sie, Moskau könnte sich in die Wahlkampagne einmischen, was eine große Gefahr für die USA wäre.

    Ihr zufolge stehen die russischen Behörden hinter den Cyberangriffen auf die Webseiten der Demokratischen Partei. „Wir müssen begreifen, dass wir niemandem gestatten, sich da einzumischen“, sagte Clinton bei einem Pressegespräch während ihrer aktuellen Reise durch den Mittleren Westen. Die „russische Gefahr“ müsse „schnell und zuverlässig beseitigt werden“.

    Dabei nannte die Präsidentschaftskandidatin keine konkreten Schritte zur Neutralisierung der „russischen Gefahr“, die unternommen werden müssten, sondern zitierte lediglich den scheidenden Präsidenten Barack Obama, der gesagt hatte, dass Washington über große sowohl Defensiv- als auch Offensivmöglichkeiten verfüge.

    Inzwischen spielte auch das FBI der demokratischen Kandidatin in die Karten. Nach „Washington Post“-Angaben haben die US-Geheimdienste die Ermittlung eines „geheimen Einsatzes“ Russlands zur Einmischung in die Wahlkampagne in Amerika begonnen. Angeblich will Moskau das Vertrauen der US-Wähler in die politischen Institutionen der Vereinigten Staaten zerstören. Ein Insider räumte allerdings ein, dass die Geheimdienste nicht bestätigen können, dass sie tatsächlich über „endgültige Beweise“ für Moskaus Pläne zur Destabilisierung der Wahlkampagne verfügen.

    Im Kreml wies man jegliche Vorwürfe der Amerikaner vehement zurück: zunächst Präsident Putins Sprecher Dmitri Peskow und dann auch der Staatschef selbst gegenüber Bloomberg.

    Russland zurück im US-Wahlkampf — Beziehung der Kandidaten zu Moskau wird zum Thema

    Putin zufolge können heutige Hacker „wirklich subtil“ vorgehen und „am nötigen Ort zum nötigen Zeitpunkt ihre Spuren hinterlassen“, indem sie ihre Handlungen „wie Handlungen anderer Hacker von anderen Territorien bzw. aus anderen Ländern tarnen. (…) Das ist äußerst schwer, zu beweisen – wenn überhaupt möglich. Jedenfalls tun wir so etwas auf staatlicher Ebene definitiv nicht“, so der Kreml-Chef.

    Vorwürfe gegen Putin werden allmählich Clintons Lieblingsmasche. Bei ihrem jüngsten Auftritt in Reno (Bundesstaat Nevada) stellte sie ihren republikanischen Gegner Donald Trump in eine Reihe mit Putin und dem früheren Vorsitzenden der britischen Unabhängigkeitspartei (UKIP), Nigel Farage, die einander nach ihren Worten ideologisch nahestehen. Trump stütze sich auf marginale Bevölkerungsgruppen, welche die traditionellen Werte der Amerikaner ablehnen. „Das ist Teil einer ganzen Geschichte: der immer größer werdenden globalen Welle des rechtsradikalen Nationalismus“, so die frühere US-Außenministerin. Und der Pate dieses globalen radikalen Nationalismus sei ausgerechnet Putin.

    Der jüngste Auftritt Clintons sei symptomatisch und bedeute den Beginn einer neuen Phase ihrer Wahlkampagne, stellte der Leiter des russischen Instituts für USA- und Kanada-Studien, Valeri Garbusow, fest. „Eine Stabilisierung bzw. Normalisierung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington kommt aktuell nicht infrage. Clinton hat nur eine Aufgabe: möglichst viele schwankende Wähler auf ihre Seite zu ziehen.“ Dabei setze sie auf Gruselgeschichten über den „bösen Putin“. Der Experte vermutet, dass die Demokratin auch weiter das Thema „russische Gefahr“ ausnutzen werde.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Präsidentenwahl in USA (2016) (443)

    Zum Thema:

    USA und Russland entfachen Krieg im Netz?
    US-Wahl: Russland soll in einen „Krieg der Kompromisse“ hineingezogen werden
    TrumpLeaks: Top 10 "Clintons Lügen" auf neuer WebSeite von Trump
    Folgen für Russland-Politik: Trump und Clinton im Vergleich
    Tags:
    US-Präsidentschaftswahl 2016, Hillary Clinton, Wladimir Putin, USA, Russland