23:04 16 November 2019
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    USA mauern bei Syrien-Gesprächen mit Russland

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    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
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    Die Syrien-Verhandlungen mit Moskau haben einen kritischen Punkt erreicht. Washington ist sogar bereit, auf den Dialog zu verzichten, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ unter Berufung auf „The Washington Times“.

    Kurz vor dem G20-Gipfel in Hangzhou sagte der russische Präsident Wladimir Putin im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass ein Durchbruch bei der Vereinbarung mit den USA zu Syrien in der nächsten Zeit nicht ausgeschlossen sei. Die US-Delegation habe während des Gipfels der russischen Seite einen „letzten Vorschlag“ zur Regelung der Syrien-Krise übergeben, so eine Quelle im Weißen Haus.

    „Wir wollen einen langfristigen Waffenstillstand, weil die Verhandlungen bereits so lange dauern und so viele Versprechen gegeben und verletzt wurden, dass wir jetzt eine Reihe von Schritten unternehmen wollen, die zu einer allumfassenden Herangehensweise führen. Ein weiterer kurzfristiger Waffenstillstand passt uns nicht mehr“. „Wir werden nicht auf einen Deal eingehen, der unseren Grundaufgaben nicht entspricht, und wir werden sehr schnell verstehen, ob es in der nächsten Zeit geschafft wird, die gebliebenen Widersprüche zu lösen“, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Ben Rhodes am Donnerstag. 

    „Unklare Signale“ aus Washington erschweren Beilegung Syrischer Krise – US-Kolumnist

    „Es handelt sich um eine Vereinbarung, ein Dokument, das Präsident Putin erwähnt hat, das jedoch noch nicht finalisiert ist“, sagte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow. Er räumte ein, dass zwischen Moskau und Washington einige nicht abgestimmte Aspekte verbleiben und ein gemeinsames Dokument zu Syrien in einem Kompromiss-Format besprochen werden kann.

    Die Amerikaner legen den Schwerpunkt bei den Verhandlungen auf für sie vorteilhafte Themen, was den Verhandlungsprozess nicht beschleunigt, meint der ehemalige russische Botschafter in Saudi-Arabien, Andrej Baklanow. Die USA versuchten zu zeigen, dass sie in Syrien wirklich etwas tun, doch in der Tat versuche Washington, die Situation in Aleppo zum vorrangigen Thema zu machen und andere wichtige Fragen wie die territoriale Integrität bzw. Trennung der Terroristen von der Opposition außer Acht zu lassen. Sowohl Moskau als auch Washington seien an Verhandlungen interessiert, doch ihre Ziele schließen einander aus, meint der Nahostexperte Alexander Schumilin.

    „Russland ist daran mehr interessiert und will vor allem die Bewegung in Richtung Verhandlungen skizzieren, indem es von bevorstehenden Durchbrüchen berichtet. Moskau will sich via Verhandlungen aus der Falle in Syrien befreien, in die es wegen Baschar Assad geraten ist, weil er uns in den Konflikt einbezieht, der sich immer weiter ausdehnt. Die Amerikaner distanzieren sich von der russischen Politik, weil sie sich nicht mit der Position Russlands in Syrien in Verbindung bringen wollen“, so der Experte.

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    G20-Gipfel in Hangzhou, USA, Syrien, Russland