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22:28 16 Juli 2019
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    Südkoreas Fernsehen berichtet über den füften Atomwaffentest Nordkoreas

    Umgang mit Nordkorea: Weltmächten sind die Hände gebunden

    © REUTERS / Kim Ju-sung/Yonhap
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    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)
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    Die jüngste Eskalation auf der Korea-Halbinsel erinnert die Welt und vor allem die Länder der Region daran, dass Syrien nicht das einzige internationale Problem ist. Der Atomstreit mit Nordkorea ist ohne China nicht lösbar, weil es seine Korea-Politik als Verhandlungsinstrument gegenüber den USA ansieht, schreibt die Zeitung „Wedomosti” am Montag.

    Am Freitag führte Nordkorea einen großen Atomwaffentest durch. Zuletzt testete Pjöngjang etliche ballistische Raketen (seit März 2016 erfolgten zwölf Starts) und zeigt der Welt seine wachsenden Möglichkeiten. Nordkoreas junger Anführer Kim Jong Un wolle im eigenen Lager damit seine Stärke gegenüber dem „Feind“ demonstrieren, betonte Alexander Gabujew vom Moskauer Carnegie-Center. Der außenpolitische Sinn dieser Demonstration ist wegen der totalen Isolierung Nordkoreas jedoch schwer zu verstehen.

    Vielleicht nimmt Pjöngjang die fehlende Aufmerksamkeit der Weltmächte, die sich derzeit vor allem mit Syrien befassen, übel. Nordkorea scheine Verhandlungen nach dem iranischen Szenario führen zu wollen, glaubt der Außenpolitik-Experte Wladimir Frolow. Teheran verzichtet auf die Herstellung von kernwaffenfähigem Uran im Gegenzug für die Aufhebung der jahrelangen Sanktionen.

    Pjöngjang ist es gelungen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und die Weltgemeinschaft dazu zu bringen, sich wieder zu solidarisieren. Der UN-Sicherheitsrat warf Nordkorea die Verletzung früherer Resolutionen vor und drohte mit der Verschärfung der Sanktionen. US-Präsident Barack Obama warnte Nordkorea vor „ernsthaften Folgen“. Das russische Außenministerium nannte die Atombombentests „ein gefährliches Abenteuer und die Vernachlässigung des Völkerrechtes“. Das chinesische Außenamt sprach von einer „Aktion zur Destabilisierung der Situation auf der Halbinsel Korea“.

    Wegen ihrer unterschiedlichen Interessen in der Region können sich die Weltmächte nicht auf einen gemeinsamen Kurs im Umgang mit Nordkorea einigen. Moskau ist beunruhigt über die wachsende Möglichkeit, dass die Fernöstliche Küstenregion mit radioaktiven Stoffen verschmutzt werden könnte. Auch der Beschluss der USA, Raketenabwehr-Elemente in Südkorea und Japan zu stationieren, sorgt in Moskau für Unmut. Aber Russland hat keine ernsthaften Einflussmittel in Bezug auf Nordkorea.

    Diese Mittel hat jedoch China. Allerdings fühlt sich Peking von den USA hintergangen, nachdem diese beschlossen haben, ihre Raketenabwehrsysteme in Südkorea zu stationieren.  Deshalb würden die Chinesen die Einhaltung der Sanktionen gegen Nordkorea nicht besonders ernst nehmen, was unter anderem den Export der Bodenschätze aus Nordkorea, den Import von Flugzeugkraftstoffen nach Nordkorea sowie die verstärkte Durchsuchung von Schiffen betreffe, so der Experte Gabujew. Gemeinsame Schritte sind auch wegen der bevorstehenden Wahlen in den USA unmöglich. Erst wenn der neue Präsident in den USA sein Amt antritt, könnte sich das ändern.

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    Tags:
    Alexander Gabujew, Russland, China, USA, Nordkorea