Widgets Magazine
20:54 18 Oktober 2019
SNA Radio
    Südkoreas Fernsehen berichtet über den füften Atomwaffentest Nordkoreas

    Wie Nordkoreas nuklearen Fortschritt stoppen? – der Westen hat keinen Schimmer

    © REUTERS / Kim Hong-Ji
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)
    1170
    Abonnieren

    In Seoul macht man sich auf neue Atomtests Nordkoreas gefasst. Das südkoreanische Verteidigungsministerium behauptete am Montag, Pjöngjang wäre zu neuen Tests „jederzeit“ bereit, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

    Der vorerst letzte Test am Freitag war der fünfte seit 2006 und der eindeutig stärkste bis dato. Nach Angaben aus Seoul erreichte die Explosion im Norden eine Stärke von zehn Kilotonnen TNT.

    US-Präsident Barack Obama drohte Nordkorea mit neuen Sanktionen, und die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf militärische Quellen von der Entwicklung eines Plans für intensive Bombenangriffe gegen Pjöngjang, falls es Hinweise auf den Einsatz von Atomwaffen durch den nördlichen Nachbarn geben sollte.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow verurteilte die Nordkoreaner, forderte aber den Westen auf, nach „kreativeren“ Vorgehensweisen zu suchen, und erinnerte an die Erfahrungen mit dem iranischen Atomprogramm und der Entsorgung der Chemiewaffen in Syrien.

    Der Redakteur der Website russianforces.org, Pawel Podwig, findet, dass die Tests immer größere Fortschritte des nordkoreanischen Atomprogramms zeigen. Mit jedem neuen Start würden neue Erfahrungen gesammelt, und außerdem scheine Nordkorea keine Beschränkungen bei der Menge an spaltbaren Stoffen zu haben, was die Tests behindern könnte, so der Experte.

    Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un habe eine sehr starke Machtstellung in seinem Land, und die Atomtests seien vor allem seine Antwort auf äußere Herausforderungen, zeigte sich der frühere russische Botschafter in Pjöngjang, Valeri Denissow, überzeugt. „Die nordkoreanische Führung ist sehr sensibel, wenn es um ihre Souveränität geht, und misstraut den USA. Die Intensivierung der Militärkooperation zwischen Südkorea und den USA wird die Situation nur noch mehr in die Sackgasse treiben, während Moskau und Peking für die Wiederaufnahme des Dialogs plädieren und keinen Sinn darin sehen, Pjöngjang unter Druck zu setzen.“

    Andrej Karnejew vom Institut für die Länder Asiens und Afrikas sagte: „Je länger Tests durchgeführt werden, desto weniger Chancen bleiben für die Gewaltanwendung seitens anderer Akteure. In einem System, in dem alles von einer einzigen Person abhängt, gibt es viel Raum für Intrigen und Vermutungen, und in Südkorea gibt es eine ganze Industrie, die ‚Informationen‘ über den nördlichen Nachbarn erfindet.“

    Herr der Lage sei China, während Russland seine Dienste bei der Regelung der Nordkorea-Frage nur im Falle von Spannungen zwischen Peking und Pjöngjang anbieten könnte. „Nach jedem Test zeigt sich China unzufrieden, aber seine Diplomatie ist vielseitig, und es kann von dieser Situation – vor allem bei Spannungen mit den USA – profitieren“, so der Experte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)

    Zum Thema:

    Seoul hat Plan für Massenangriff auf Nordkorea – wegen dessen atomaren Gefahr
    Lawrow zu Politik gegenüber Nordkorea: Es gibt andere Möglichkeiten außer Knüppel
    Moskau: Nordkorea muss atomare „Abenteuer“ einstellen
    Nordkorea übertrifft Sprengkraft der Hiroshima-Bombe – Medien
    Tags:
    Barack Obama, Sergej Lawrow, Südkorea, USA, Nordkorea