01:20 01 April 2020
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    Das US-Militär will sich über der Ostsee an die Regeln der zivilen Luftfahrt halten, um Zwischenfälle zu vermeiden, schreibt die russische Zeitung “Iswestija” am Dienstag.

    Der Pressedienst der US-Luftstreitkräfte (USAF) teilte mit, sie hätten die Regelung von Flügen über der Ostsee geändert; künftig werde mit eingeschalteten Transpondern geflogen.

    Ein USAF-Vertreter versicherte, das amerikanische Militär tue alles Mögliche, um Zwischenfälle im internationalen Luftraum zu vermeiden. Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium vorgeschlagen, in der Ostsee-Region nur noch mit eingeschalteten Transpondern zu fliegen, damit Luftobjekte besser identifiziert werden könnten.

    In dem Schreiben, das „Iswestija“ als Antwort auf die entsprechende Anfrage bekam, steht, dass Flugzeuge der USA und Großbritanniens im internationalen Luftraum nur mit eingeschalteten Transpondern fliegen. Das entspricht den Normen der Internationalen Organisation der zivilen Luftfahrt (ICAO). 

    Russland hatte bereits im August gewarnt, dass Zwischenfälle verhindert werden müssten, indem alle Flugzeuge über der Ostsee immer die Transponder einschalten. Dieser Vorschlag war an die Nato-Länder sowie an Schweden und Finnland gerichtet. In Brüssel und den skandinavischen Ländern erörtert man die russische Initiative. Nach der nächsten Sitzung des Russland-Nato-Rats soll eine Antwort erfolgen.

    Als Hauptprobleme gelten über der Ostsee die Aufklärungsflugzeuge RC-135, die seit April dieses Jahres mehr als 40 Mal an die Grenze des russischen Gebietes Kaliningrad herangeflogen sind. Sie handelten „im Dunklen“, und die russischen Luftstreitkräfte waren gezwungen, Abfangjäger loszuschicken, die die neugierigen Beobachter von der Grenze verscheuchten. Ähnliche Zwischenfälle gab es nahe der Kamtschatka-Halbinsel und über dem Schwarzen Meer.

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    Mehrzweck-Kampfjet Su-27
    © Sputnik / Witali Ankow
    Igor Sadofjew, stellvertretender Oberbefehlshaber der russischen Luftstreitkräfte von 2007 bis 2011, sagte, dass sich die Amerikaner in einem gewissen Maße verstellen, wenn sie offizielle friedliche Erklärungen abgeben.

    Laut Sadofjew fliegen die US-Spionageflugzeuge eine Weile mit eingeschalteten Transpondern, was den ICAO-Normen entspricht. Wenn sie dann aber Spionage betreiben, werden die Transponder ausgeschaltet. Je komplizierter die politische Lage ist, desto mehr Zwischenfälle solcher Art gibt es. Nun hat sich die Lage verschärft: Die Amerikaner provozieren Tausende Kilometer entfernt von ihren Grenzen immer wieder die russischen Luftstreitkräfte.

    Der Experte erinnerte daran, dass es neben dem internationalen Luftraum auch die Nato-Staaten gibt, deren Luftraum an Russland grenzt. Es sei kein Geheimnis, dass die Amerikaner den Luftraum ihrer Nato-Verbündeten im Baltikum für Spionage-Einsätze nutzen.

    In der vergangenen Woche versuchten amerikanische Aufklärungsflugzeuge P-8A „Poseidon“, sich den russischen Grenzen anzunähern, an denen das Militärmanöver „Kaukasus 2016“ abgehalten wurde. Die Flugzeuge wurden aber von russischen Jagdflugzeugen empfangen. Einem Pentagon-Vertreter zufolge hatte sich ein russischer Jäger einem amerikanischen Flugzeug bis auf nur drei Meter genähert.

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    Tags:
    NATO, ICAO, US Air Force USAF, Schwarzes Meer, Russland, USA