SNA Radio
    Maritimes Zusammenwirken 2016

    Manöver im Südchinesischen Meer: Hanoi und Peking wollen Frieden

    © AP Photo / Xinhua/Zha Chunming
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    Allianz von Russland und China (51)
    2542

    Während die Seestreitkräfte Russlands und Chinas im Südchinesischen Meer üben, ist der vietnamesische Ministerpräsident Nguyen Suan Fuk zu Gesprächen nach Peking gereist, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die Regierungschefs beider Länder versprachen bei ihrem Treffen, die Streitigkeiten um die Inseln im Südchinesischen Meer beizulegen. Nach der scharfen Kritik der USA setzt China offenbar auf Entspannung. Doch die chinesischen Medien befeuern weiter den Streit um die Gebietsansprüche, indem sie von einem vollwertigen Militärbündnis zwischen China und Russland sprechen. In Tokio befürchtet man, dieses Manöver könnte die weitere Expansion Chinas fördern.

    Dem chinesischen Premier Li Keqiang zufolge müssen China und Vietnam kooperieren, um Frieden und Stabilität im Südchinesischen Meer zu fördern und die Konflikte unter Kontrolle zu halten. Sein vietnamesischer Amtskollege äußerte sich ähnlich: Die Zwistigkeiten auf hoher See müssten friedlich gelöst werden.

    Region geopolitischer Interessen: Russland und China üben im Südchinesischen Meer

    Die Seiten zeigten Entgegenkommen und Bereitschaft zum Kompromiss. Das Problem ist jedoch, dass China Gebietsansprüche auf das gesamte Südchinesische Meer erhebt.Vietnam rüstet wiederum seine Streitkräfte auf, um seine sich auf 200 Seemeilen erstreckende Ausschließliche Wirtschaftszone zu schützen.

    Wie die „Financial Times” schreibt, sieht Russlands Zustimmung zu dem gemeinsamen Manöver mit China wie eine Unterstützung für Peking aus. China und Russland unterstützen sich gegenseitig bei einigen internationalen Streitfragen. Das gemeinsame Manöver könne zwar die Beziehungen zu Vietnam stören, doch Moskaus Solidarität mit Peking verhindert immerhin Interventionen der USA im Einflussbereich anderer Länder.

    Westlichen Beobachtern zufolge beteiligen sich Schiffe, U-Boote, Flugzeuge, Helikopter sowie die Marineinfanterie beider Länder an dem Manöver. Dabei werden nicht nur das militärische Zusammenwirken unter nahezu realen Kampfbedingungen geprobt, sondern auch neue Rüstungs- und Informationstechnologien getestet. Das alles erweitert die Zusammenarbeit Chinas und Russlands.

    Mehr zum Thema: China und USA auf Konfrontationskurs

    Doch steht Russland tatsächlich auf der Seite Chinas in diesem Konflikt? Der russische Fernost-Experte Alexander Larin verweist in diesem Zusammenhang auf die Tatsache, dass die Information über das gemeinsame Manöver in dem Moment auftauchte, als der chinesische Staatschef Xi Jinping erklärte, dass beide Länder die Zusammenarbeit zur Festigung der gemeinsamen Souveränität vertiefen. Dabei ist zu beachten, dass China sich als Hausherr im Südchinesichen Meer betrachtet.

    Wie der Experte unterstrich, zeugt die russische Unterstützung für China von der Annäherung zwischen beiden Ländern. Gegenüber dem Westen setzt Russland auf China und umgekehrt. Viele Experten glauben, dass das Manöver der Bildung einer russisch-chinesischen Allianz dient. Dennoch bleibt eine Militärallianz zwischen Russland und China hypothetisch, da keine der Seiten tatsächlich daran interessiert ist, sich militärisch zu verbünden.

    In Japan wertet man das russisch-chinesische Manöver als weit mehr als eine symbolische Aktion. Wie die „Japan Times“ schreibt, ist das Manöver für die Chinesen eine Übung für die mögliche Eroberung der Diaoyu- bzw. Senkaku-Inseln, die von Japan kontrolliert werden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Allianz von Russland und China (51)

    Zum Thema:

    Russischer Vize-Marinechef über Ziel des gemeinsamen Seemanövers mit China
    Manöver im Südchinesischen Meer: Russische Kriegsschiffe in China feierlich empfangen
    Militärbündnis: Russland und China lassen sich nicht von den USA einschüchtern
    Tags:
    Maritimes Zusammenwirken 2016, Li Keqiang, Vietnam, Südchinesisches Meer, Russland, China