20:55 24 Juli 2017
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    Russisch-pakistanischer Militärkooperation

    Indien legt russisch-pakistanischer Militärkooperation Steine in den Weg

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    Nesawissimaja Gaseta
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    In Russland wird der indische Innenminister Rajnath Singh erwartet. Er wird versuchen, Moskau zu überzeugen, Pakistan zu verurteilen, das nach seiner Auffassung Kämpfer nach Kaschmir schickt, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Aber noch wichtiger ist für Neu-Delhi, den Verkauf russischer Kampfjets an Pakistan zu verhindern, wobei die militärischen Kontakte zwischen Moskau und Islamabad zunehmend enger werden.

    Unter anderem geht es um gemeinsame Manöver. Wie es aus Kreisen des pakistanischen Verteidigungsministeriums heißt, findet in diesem Jahr im pakistanischen Gebirge eine Übung statt, an der je 200 Militärs aus beiden Ländern teilnehmen werden.

    Medien vermuten, dass es für russische Offiziere wichtig wäre, die Erfahrungen ihrer pakistanischen Kollegen bei Anti-Terror-Einsätzen kennen zu lernen. Andererseits erläuterte  der russische Pakistan-Experte Sergej Kamenew, dass diese Übung im Voraus von den leitenden Beamten der Anti-Drogen-Behörden beider Länder abgesprochen worden sei.

    Die geopolitische Situation in Südasien ändert sich ziemlich schnell. Während des Kalten Krieges war Pakistan Verbündeter der USA, während Indien großenteils Verbündeter der Sowjetunion war. Jetzt aber lassen die Beziehungen zwischen Islamabad und Washington intensiv nach. Der Chef des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat, Bob Corker, kritisierte Pakistan unlängst für die Unterstützung der Kämpfer in Afghanistan. Die US-Legislative erwägt sogar Sanktionen gegen Islamabad.

    Gleichzeitig gewinnen die Kontakte zwischen Washington und Neu-Delhi an Intensität. Die Amerikaner wollen, dass Indien eine aktivere Rolle in Süd- und Südostasien spielt. Unter diesen Bedingungen setzt Pakistan auf seinen langjährigen und zuverlässigen Partner China sowie auf Russland. Moskau wurde beispielsweise eingeladen, am Bau einer Gasleitung zwischen Karachi und Lahore teilzunehmen. Aber noch mehr Hoffnungen verbindet man in Islamabad mit der Kooperation mit den russischen Rüstungsschmieden. Dadurch sollen zugleich die Kontakte zwischen den Russen und den Indern geschwächt werden.

    Vorerst hat Pakistan laut deutschen Medienberichten nur vier Kampfhubschrauber Mi-35 erhalten. Es ist aber an einer weiteren Helikopter-Partie sowie an Kampfjets Su-35 interessiert. Zumal die USA den Ersatz von veralteten Flugzeugen hinauszögern, über die Pakistan bereits seit den Zeiten des Kalten Krieges verfügt.

    Die Zeitung „New Indian Express“ bemerkte in diesem Zusammenhang, in Neu-Delhi mache man sich keine Gedanken über das bevorstehende russisch-pakistanische Manöver. Sollte aber Russland seine Su-Kampfjets oder andere Waffen an Pakistan verkaufen, würde sich Indien das nicht gefallen lassen. Moskau und Neu-Delhi nennen sich beiderseits privilegierte strategische Partner, aber falls einer von ihnen etwas gegen die Interessen des anderen unternehmen sollte, müsste er dafür einen gewissen Preis zahlen. Die Zeitung erinnerte zugleich daran, dass Moskau in Indien mit neuen Verträgen auf Gebieten wie Atomenergie, Flugzeugbau und Infrastrukturbau rechnet.

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    Tags:
    Sergej Kamenew, Pakistan, Indien, USA, Russland
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