04:58 17 Oktober 2018
SNA Radio
    Der türkische Generalstabschef Hulusi Akar (l.) mit seinem Amtskollegen Kollegen Valeri Gerassimow

    Moskau und Ankara bemühen sich um Kooperation: Generalstabschefs zusammengetroffen

    © AP Photo / Turkish Military, Pool photo
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Kommersant
    2314

    Russlands Generalstabschef Valeri Gerassimow hat sich am Donnerstag in Ankara mit seinem türkischen Amtskollegen Hulusi Akar getroffen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    Das Treffen der Generäle war laut Quellen beim Treffen der Präsidenten beider Länder, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, am 9. August in St. Petersburg vereinbart worden und hätte bereits am 26. August stattfinden sollen. Doch zwei Tage zuvor hatte Ankara den Einsatz „Schutzschild Euphrat“ in Syrien begonnen, und das Treffen musste verschoben werden.

    Die Verhandlungen fanden hinter geschlossenen Türen statt, aber der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, hatte zuvor angekündigt, auf der Tagesordnung würden die Konfliktregelung in Syrien sowie die Perspektiven der Militärkooperation zwischen Moskau und Ankara stehen.

    Mehr zum Thema: Wie die türkische Bodenoffensive das Kräfteverhältnis in Syrien verändert

    Laut militärischen Quellen ist für die Seiten die Koordinierung ihrer Handlungen in Syrien äußerst wichtig. Moskau äußerte seine Besorgnis um den Einsatz „Schutzschild Euphrat“ und warnte Ankara vor dem Vorrücken nach Syrien. Die Türken behaupteten ihrerseits, sie würden es nicht zulassen, dass im Norden Syriens ein „terroristischer Korridor“ entsteht, und wollten die Kriegshandlungen bis zum „siegreichen Ende“ führen. Allerdings fanden bzw. finden manche EU-Parlamentsabgeordnete, dass der türkische Einsatz in Syrien nicht gegen die IS-Terroristen, sondern vielmehr gegen kurdische Formationen gerichtet ist.

    Wie ein Insider sagte, ist immer noch nicht ganz klar, wie lange die Kurden und die türkische Armee den Status quo aufrechterhalten können. Die Russen warnen, dass jegliche Eskalation im Norden Syriens die Umsetzung der russisch-amerikanischen Vereinbarungen zur Waffenruhe vom 9. September zum Scheitern bringen könnte. Der Direktor des Zentrums für Strategien- und Technologienanalysen, Ruslan Puchow, findet, dass Moskau und Ankara ihre Aktivitäten „möglichst intensiv koordinieren müssten, denn einen neuen Zwischenfall wie um das abgeschossene Flugzeug (im November 2015) würden die russisch-türkischen Beziehungen nicht mehr überleben.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Gülen: Türkische Aussöhnung mit Russland aus Verzweiflung
    Russisch-türkische Nähe ermöglichte Ankaras Syrien-Einsatz – Experten-Interview
    Echo auf türkischen Syrien-Einsatz: „Erdogan braucht Russlands Komplimente nicht“
    Russland und Türkei bilden Syrien-Kommission
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Hulusi Akar, Valeri Gerassimow, Igor Konaschenkow, Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan, Syrien, Türkei, Russland