04:57 20 Februar 2018
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    Wahl in Berlin: Parteien umgarnen Russlanddeutsche

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    Nesawissimaja Gaseta
    Herbst-Wahlen 2016 in Berlin und MeckPomm (63)
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    Verschiedene Parteien buhlen um die russischsprachigen Wähler bei der für Sonntag angesetzten Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Die Stimmung der Berliner vor der Wahl wird unter anderem von der Flüchtlingskrise geprägt: Tausende Flüchtlinge müssen nach wie vor in vielen Sporthallen leben. Zudem gibt es in Berlin auch viele andere ungelöste Probleme.

    Laut einer Studie des Fernsehsenders ARD sind 58 Prozent der Berliner mit der regierenden Koalition unzufrieden. Deshalb werden sowohl die SPD als auch die CDU wohl Verluste tragen.

    Die Deutsche Welle behauptete unlängst, dass alle Parteien, die zur Wahl antreten, an den Stimmen russischsprachiger Einwanderer interessiert seien. Besonders intensiv gehe dabei die „Alternative für Deutschland“ (AfD) vor.

    Aber auch die Christdemokraten wollen die russischsprachigen Wähler auf ihre Seite ziehen. „Russlanddeutsche fühlen sich häufig mit Deutschland sehr verbunden. Sie sind Patrioten mit einer nationalen und konservativen Ader“, sagte dazu Burkard Dregger, der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus.

    Laut vorläufigen Umfragen dürften die Sozialdemokraten mit 22 Prozent der Stimmen rechnen, die Christdemokraten und Grünen mit je 18 Prozent, die Linke und die AfD mit je 14 Prozent.

    Wie genau diese Prognosen sind, wird sich am Sonntagabend zeigen. Wenn aber die AfD schon im zehnten Bundesland ins Parlament gewählt wird, wäre das ein weiterer Erfolg für sie. Wenn die Christdemokraten nach der Wahl nicht mehr in der Lage sind, die Koalition mit der SPD zu bilden, wird das ein weiterer Misserfolg für sie. Dass die Sozialdemokraten um den Berliner Bürgermeister Michael Müller die Wahl gewinnen, zweifelt niemand an. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sie im neuen Abgeordnetenhaus nach neuen Koalitionspartnern suchen müssen.

    Themen:
    Herbst-Wahlen 2016 in Berlin und MeckPomm (63)

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    Tags:
    Flüchtlingskrise, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CDU/CSU, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Berlin, Deutschland