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23:53 16 Oktober 2019
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    Syrische Streitkräfte in Aleppo (Archivfoto)

    US-Angriffe auf syrische Armee schaden Vertrauen zwischen Moskau und Washington

    © Sputnik / Ilya Pitalev
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    Am Freitag teilte das russische Verteidigungsministerium mit,dass vier Kampfjets der von den USA angeführten internationalen Koalition Luftschläge gegen die Stellungen der syrischen Regierungstruppen nahe Deir ez-Zor versetzt haben, schreibt die Zeitung "Wedomosti". Die Vorfälle können den amerikanisch-russischen Beziehungen großen Schaden zufügen.

    Wie der Chef der operativen Hauptverwaltung im russischen Generalstab, Sergej Rudskoi, sagte, wurde dieser Zwischenfall, „der zahlreiche Todesopfer forderte“, möglich, „weil die amerikanische Seite die Situation mangelhaft kennt und ihr Vorgehen im Kampf gegen die terroristischen Gruppierungen in Syrien nicht mit Russland koordinieren will.“

    Es sei unmöglich gewesen, beim Angriff auf den Flugplatz bei Deir ez-Zor einen Fehler zu machen, kommentierte der Vizeleiter des russischen Instituts für GUS-Länder, Wladimir Jewssejew. „Der Flugplatz Deir ez-Zor ist kein übliches Militärobjekt, sondern ein Fliegerstützpunkt, den man nur schwer verwechseln kann. Das ist die einzige Möglichkeit für eine Verbindungen mit der Außenwelt und die einzige Stütze für die syrischen Militärs“, betonte er. „Unter den Bedingungen der Waffenruhe war dieser Schlag sehr schmerzhaft und könnte zu einer Verlegung der Frontlinie führen. Das war kein üblicher Fehler“, so der Experte. Zugleich vermutete er, dass dieser Zwischenfall schlimme Folgen für das gegenseitige Vertrauen zwischen den Seiten in Syrien haben könnte.

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    Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin erklärte seinerseits am Sonntag, am 19. September sollte im Sinne der von den Außenministern Sergej Lawrow und John Kerry in Genf getroffenen Vereinbarungen eine Sitzung der russisch-amerikanischen Arbeitsgruppe stattfinden, deren Teilnehmer Informationen über den Aufenthalt verschiedener Kräfte in Syrien austauschen könnten. Allerdings zeigte sich Tschurkin überzeugt, die Genfer Vereinbarungen seien „nicht tot“. Russland forderte die USA auf, die Luftschläge der Koalition gegen die syrischen Regierungstruppen ausführlich zu analysieren, um künftig solche Zwischenfälle zu vermeiden.

    Bei den Schlägen auf die syrische Armee seien 62 syrische Soldaten getötet und etwa 100 weitere verletzt worden. Die Luftschläge seien sofort eingestellt worden, nachdem die russische Seite diese Informationen von Damaskus erhalten und die Amerikaner darüber verständigt habe.

    Mehr zum Thema: Syrische Opposition nennt Grund für US-Schläge auf Assad-Truppen

    Später räumte das Pentagon ein, die Luftschläge gegen die Regierungstruppen seien versehentlich neben mehreren Schlägen gegen Positionen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (auch IS, Daesh) versetzt worden.

    Allerdings sei Deir es-Zor schon seit mehr als zwei Jahren vom IS besetzt, und dort gebe es keine „gemäßigten“ Oppositionellen, betonte ein Sprecher der russischen Militärbehörde.

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    Terrormiliz Daesh, John Kerry, Sergej Lawrow, Deir ez-Zor, Syrien, Russland, USA