20:35 23 Januar 2020
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    Situation in Syrien (2016) (851)
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    Das russisch-amerikanische Abkommen über die Waffenruhe in Syrien ist gescheitert. Unmittelbar nach der Wiederaufnahme der Gefechte wurde in Aleppo ein Hilfskonvoi der Uno beschossen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Mittwoch. Moskau muss nun um sein Image als Friedensstifter in Syrien bangen.

    Der Angriff auf den humanitären Konvoi löste eine heftige internationale Reaktion aus. Viele Politiker weilen derzeit in New York als Teilnehmer der 71. UN-Vollversammlung. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier verlangte die sofortige Einberufung einer Sitzung der Internationalen Gruppe zur Unterstützung Syriens, an deren Spitze die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, stehen.

    Zuvor hatte Kerry eine harte Erklärung abgegeben. Er warf die Tragödie in Aleppo zwar nicht direkt Damaskus und Moskau vor, gab aber zu verstehen, dass vor allem der syrische Präsident Baschar al-Assad, „der alles, darunter auch humanitäre Konvois, bombardiert“, den Friedensprozess in Syrien behindert.

    „Russland müsste Assad kontrollieren“, betonte Kerry und erinnerte, dass das Abkommen über den Waffenstillstand nicht Assad, sondern Moskau unterzeichnet hatte.

    Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, wies die Vorwürfe zurück, den Hilfskonvoi hätten die syrischen Regierungskräfte attackiert. „Weder die russische noch die syrische Luftwaffe versetzte Luftschläge gegen den UN-Konvoi im Südwesten Aleppos“, betonte er. „Da die Route des Konvois durch das von Terroristen kontrollierte Territorium führte, begleitete das russische Zentrum für Aussöhnung der Konfliktseiten ihn mithilfe von Drohnen.“ Konaschenkow zufolge wurde aber die Beobachtung eingestellt, als der Konvoi Aleppo erreichte – ausgerechnet danach wurde er beschossen.

    Der General behauptete ferner, die UN-Lastwagen wären nicht von der Luft, sondern anders angegriffen worden. „Wir haben die Videos analysiert und keine Hinweise gesehen, dass der Konvoi von irgendeiner Munition getroffen wurde. Es gibt keine Trichter und die Fahrzeuge haben keine Schäden an den Karosserien, die für Luftbombenexplosionen typisch wären“, betonte der Sprecher und vermutete, dass die Hilfsgüter „komischerweise“ gleichzeitig mit dem Beginn der umfassenden Offensive der Kämpfer in Aleppo unter Feuer genommen worden seien.

    Eines ist jedoch klar: Moskau ist in eine schwierige Lage geraten, denn es muss jetzt die Weltgemeinschaft überzeugen, dass Damaskus mit den Angriff auf den UN-Konvoi nichts zu tun hat, und eine neue Runde des Informationskrieges zu verhindern, der seinem Image als Friedensstifter schaden würde.

    Bei dem Angriff, den der Internationale Verband der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften als „Attacke gegen die Menschheit“ bezeichnete, kamen etwa 20 zivile Mitarbeiter der Verbände und ein Mitglied der UN-Mission ums Leben. Der Konvoi bestand aus 31 Lastwagen. Zum Zeitpunkt des Angriffs wurde er in Aleppo entladen.

    Nach dieser Tragödie verkündete die Syrische Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaft die Einstellung ihrer Tätigkeit in Aleppo.

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    Waffenruhe, UN-Vollversammlung, Igor Konaschenkow, Baschar al-Assad, John Kerry, Sergej Lawrow, Frank-Walter Steinmeier, Aleppo, USA, Syrien, Russland