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15:09 23 Juli 2019
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    Angriff auf UN-Hilfskonvoi in Aleppo

    Syrien: Rebellen lassen Waffenruhe scheitern – Angriff auf UN-Konvoi Provokation?

    © REUTERS / Ammar Abdullah
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Der jüngste Luftangriff gegen einen humanitären Hilfskonvoi der UNO im syrischen Aleppo hat die Chancen auf die Einhaltung der von Moskau und Washington am 9. September vereinbarten Waffenruhe so gut wie zunichte gemacht, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Im Westen gibt man Russland die Schuld dafür, Experten vermuten jedoch, dass dies eine geplante Aktion gewesen sei, um die Genfer Vereinbarungen der Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, zum Scheitern zu bringen. 

    Bei dem Angriff gegen den gemeinsamen Konvoi der UNO und der syrischen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaft in der Nacht zum 20. September bei Aleppo seien 20 Zivilisten ums Leben gekommen, teilte der UN-Pressesprecher Stephane Dujarric Reuters mit.

    Nach diesem Zwischenfall musste die UNO ihre Hilfslieferungen nach Syrien unterbrechen.

    Unklar bleibe allerdings, wer für den Angriff auf den UN-Konvoi verantwortlich sei. Reuters führt die Äußerungen zweier Quellen an, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs zwei russische Su-24-Bomber in der Luft befunden hätten. Auch CNN behauptete unter Berufung auf eigene Quellen, dass die russischen Militärjets den Konvoi attackiert hätten.

    Der stellvertretende Berater für nationale Sicherheit, Ben Rhodes, erklärte, das Weiße Haus betrachte Russland als den Verantwortlichen, weil es für die Luftangriffe in diesem Raum zuständig sei.

    Der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, warf den Angriff indes dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad vor, der „alles angreift, darunter auch humanitäre Konvois“. Indirekt beschuldigte er auch Moskau, das nach seinen Worten Assad unter Druck setzen sollte.

    Experten vermuten jedoch, dass der Zwischenfall bei Aleppo eine geplante Aktion gewesen sein könnte. „In der Geschichte um den Konvoi gibt es viele Unklarheiten“, sagte der Präsident des Instituts für Religion und Politik, Alexander Ignatenko. „Meines Erachtens war das eine vorsätzliche Provokation einer Koalition von sunnitischen salafistischen Gruppierungen, deren Kern die Dschabhat Fatah asch-Scham (frühere al-Nusra-Front) bildet, denn diese Gruppierungen hatten gleich nach der Verkündung der Waffenruhe erklärt, sie würden sie nicht einhalten“, so der Experte. Diese Vermutung bestätigt Ignatenko zufolge auch jene Tatsache, das sich der Beschuss vor allem gegen die Lastkraftwagen mit dem roten Kreuz, nicht aber gegen die mit dem roten Halbmond in der Kolonne gerichtet hatte.

    In Moskau wies man jegliche Vorwürfe, am Angriff gegen den Konvoi beteiligt gewesen zu sein, entschieden zurück. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, erklärte, Russlands und Syriens Luftwaffe habe mit dem Angriff nichts zu tun. Zudem verwies er darauf, dass es keine Videobeweise dafür gebe, dass es sich dabei um einen Luftangriff gehandelt habe. Auf den Videos sei zu sehen, dass die Lastwagen-Kolonne in Flammen aufgegangen sei.

    Auch das Außenministerium erklärte, die Versuche, den Angriff auf den UN-Konvoi Russland vorzuwerfen, seien frappant und inakzeptabel. Zudem könnte es sich um einen Versuch handeln, die Weltgemeinschaft vom „merkwürdigen Fehler“ der Piloten der US-geführten internationalen Anti-IS-Koalition abzulenken, die am 17. September Stellungen der syrischen Regierungstruppen bei Deir ez-Zor beschossen hatten, wobei mehr als 60 Soldaten ums Leben kamen.

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    Tags:
    Konvoi, Al Nusra-Front, Uno, Baschar al-Assad, Ben Rhodes, John Kirby, John Kerry, Sergej Lawrow, Aleppo, Russland, USA, Syrien