08:48 12 Dezember 2018
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    Russlands Comeback auf Anleihemarkt: Eurobonds gehen weg wie warme Semmeln

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    Russland ist auf den Eurobonds-Markt vollwertig zurückgekehrt, indem es Obligationen für 1,25 Milliarden Dollar auf den Markt brachte, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Freitag unter Berufung auf eine Mitteilung des Finanzministeriums.

    „Wir haben riesiges Interesse seitens der Investoren gesehen“, sagte Finanzminister Anton Siluanow vor Journalisten am Donnerstag. „Die neuen Eurobonds wurden ausschließlich ausländischen Käufern verkauft. Auf amerikanische Investoren entfielen 53 Prozent, auf europäische 43 Prozent und auf asiatische vier Prozent“, führte er an.

    Die Nachfrage soll dabei das Angebot um das Sechsfache übertroffen haben.

    Im Mai hatte das Finanzministerium den ersten Teil der Eurobonds für 1,75 Milliarden Dollar auf den Markt gebracht. Für den Verkauf der „restlichen“ 1,25 Milliarden entschied sich Moskau, nachdem die Privatisierung der Ölgesellschaft Bashneft auf unbestimmte Zeit verschoben worden war, wobei auch der Verkauf des staatlichen Aktienpakets von Rosneft fraglich bleibt. Die Regierung muss aber das Haushaltsdefizit finanzieren, das in diesem Jahr voraussichtlich 3,2 Prozent vom BIP ausmachen wird. Das Finanzministerium hat dafür seit Anfang des Jahres 1,2 Billionen Rubel (schätzungsweise 16 Milliarden Euro) aus dem Reservefonds ausgegeben.

    Der Unterbringungspreis habe 106,75 Prozent vom Nominalpreis betragen, teilte das Finanzministerium mit. Das beinhalte eine Rentabilität von 3,9 Prozent pro Jahr. „Die Emission war durchaus erfolgreich“, sagte der Generaldirektor der Kapitalverwaltungsgesellschaft „Sputnik – Uprawlenije kapitalom“, Alexander Lossew. „Ursprünglich hatten 106 Prozent als Orientierungspunkt gegolten, was eine Rentabilität von 3,99 Prozent pro Jahr bedeutet hätte. Aber dank der großen Nachfrage konnten die Bedingungen zusätzlich verbessert werden.“ Die Nachfrage habe am Ende 7,5 Milliarden Dollar erreicht, ergänzte der Experte.

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    Marktteilnehmer finden, dass das Finanzministerium die zweite Rate der Eurobonds zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt gebracht hat, wobei der den Käufern gebotene Rabatt vom Marktpreis die Nachfrage zusätzlich anspornte. „Dadurch bekommt das Finanzministerium nicht nur zusätzliche Mittel für den Haushalt, sondern auch gute Emissionseinnahmen. Das bedeutet, dass sich die Taktik der Teil-Emission der Eurobonds gerechtfertigt hat“, so Experte Lossew.

    Dieser Auffassung stimmte auch Anton Kirjuchin von der Rosbank zu. „Das Finanzministerium wählte den besten Zeitpunkt für die Unterbringung der Eurobonds. Die Rentabilität der russischen Wertpapiere ist derzeit sehr gering – eine solche Rentabilität souveräner Eurobonds gab es im Jahr 2013.“

    Die erste Rate seiner Eurobonds hatte Moskau im Mai verkauft. Damals belief sich die Rentabilität auf 4,75 Prozent pro Jahr.

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    Tags:
    Eurobonds, Rosbank, Anton Kirjuchin, Alexander Lossew, Anton Siluanow, Russland