12:26 07 Dezember 2019
SNA Radio
    Socken mit Trump-Portrait

    US-Wahl: Darum sympathisieren Einwanderer aus Ex-Sowjetunion mit Trump

    © REUTERS / Mike Segar
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Präsidentenwahl in USA (2016) (443)
    1454
    Abonnieren

    Der republikanische Kandidat Donald Trump darf mit vielen Stimmen russischsprachiger Wähler bei der US-Präsidentschaftswahl im November rechnen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Ein Korrespondent der Zeitung besuchte Trumps Treffen mit seinen Anhängern in Chester (Bundesstaat Pennsylvania). Chester ist eine der depressivsten Städte in dieser Region. Zudem ist Pennsylvania einer der Bundesstaaten, deren Einwohner sich noch nicht entschieden haben, ob sie für Trump oder für seine demokratische Herausforderin Hillary Clinton stimmen werden.

    Verzweifelte Amerikaner sind eine der Wählergruppen, mit deren Stimmen der Milliardär rechnen darf. Im Laufe des Treffens versprach der Republikaner, die Probleme der afroamerikanischen Gemeinde zu lösen, indem er dafür sorgen würde, sichere Stadtviertel mit guten Schulen einzurichten. Allerdings waren keine Afroamerikaner bei dem Treffen zu sehen.

    Die potenziellen Wähler begrüßten Trumps Idee zur Errichtung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. „Bau die Mauer!“, skandierten sie. Gegen Clinton sprach sich der Republikaner wie folgt aus: „Sie verteidigt schon seit 25 Jahren Frauen und Kinder, wobei 70 Millionen von ihnen in Armut (…) leben. Wer wird denn an die Familien denken, die in ihrem eigenen Land wie Flüchtlinge leben? Clinton hört ihre Stimmen nicht… Sie schläft! Aber ich werde die Stimme aller in Vergessenheit geratenen Amerikaner dieses Landes sein!“

    Über Russland sagte Trump diesmal nichts, obwohl er Wladimir Putin früher häufig Komplimente gemacht und gesagt hatte, er selbst würde die Krim als Teil Russlands anerkennen. Diese Meinung teilen allerdings nicht alle seine Anhänger. „Wir unterstützen Putin nicht und halten ihn für einen aggressiven Politiker“, sagte eine Teilnehmerin des Treffens. „Die Situation in der Ukraine ist weit entfernt von uns. Trump gefällt uns, weil er die Steuern senken und neue Arbeitsplätze schaffen will.“ 

    Auffallend ist, dass viele russischsprachige Wähler Sympathien für Trump hegen. Das sagten die Vertreter der größten russischen Gemeinden in den USA, darunter aus Baltimore, Portland und New York. Obwohl sie selbst Einwanderer sind, begrüßen sie die Idee des Milliardärs, illegalen Migranten den Weg nach Amerika zu versperren.

    Bei einer Umfrage in Brighton Beach, wo die größte russische Diaspora New Yorks lebt, sprachen sich nur etwa zehn Prozent der Befragten für Clinton aus. Juristin Oxana Carney sagte beispielsweise zur Beliebtheit des republikanischen Kandidaten: „Trump sagt, was er denkt, ohne diese widerliche politische Korrektheit. Er nennt die Dinge beim Namen, und es interessiert ihn nicht, was man von ihm denkt.“ Zugleich verwies Carney darauf, dass Trumps Gegner gerne seine „dreckige Wäsche“ der Öffentlichkeit zeigen würden, doch es gebe nun einmal keine kompromittierenden Informationen über ihn, „obwohl unser Finanzamt sehr intensiv arbeitet. (…) Trump will die einstige Bedeutung und Größe der USA zurückgewinnen und nicht durch die Welt reisen und sich entschuldigen, was Barack Obama tut. Er tritt gegen die Einreise von Muslimen in die USA ein, und da kann ich nur stehend Beifall klatschen. Dabei sagt er nicht feigen Unsinn wie: ‚Nicht alle Muslime sind Terroristen.‘ Eine Mauer an der mexikanischen Grenze? Es ist höchste Zeit dafür: Wer wäre denn gegen die Festigung der Grenze?“

    Ferner unterstrich Oxana Carney, dass Trumps Einstellung gegenüber Russland keine entscheidende Rolle spiele. „Viele Russen, die in den USA leben, sind Gegner der Vereinigung Russlands mit der Krim und treten gegen Putin auf“, betonte sie.

    Der russische Journalist Viktor Topaller aus New York zeigte sich überzeugt, dass die meisten Immigranten aus Russland bzw. der Sowjetunion für Trump stimmen werden, auch wenn sie nicht unbedingt seine Fans seien: „In Trumps Verhalten ist vieles abweisend, darunter beispielsweise sein sinnloses Gerede über Russland und Putin. Aber eines ist offensichtlich: Er hat viele Menschen auf seine Seite gezogen, die müde von den ständigen Lügen sind, und gezeigt, dass es möglich ist, die Wahrheit zu sagen. Alle wissen ja, dass über die mexikanische Grenze viele Vergewaltiger und Mörder in die USA kommen. Aber wie kann man denn so etwas laut sagen? So etwas war unangebracht und unanständig. Aber jetzt sehen wir, dass es doch möglich ist.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Präsidentenwahl in USA (2016) (443)

    Zum Thema:

    US-Präsidentschaftswahl: Europa drückt Trump heimlich die Daumen – Politico
    Einladung ignoriert: Trump zeigt Poroschenko die kalte Schulter
    Tschechischer Staatschef Zeman: „Ich würde Trump wählen“
    Trump warnt: Terrorgefahr in USA wird weiter zunehmen
    Tags:
    US-Präsidentschaftswahl 2016, Oxana Carney, Wladimir Putin, Hillary Clinton, Donald Trump, Mexiko, USA