04:54 25 November 2017
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    Wrackteile der in der Ukraine abgestürzten Passagiermaschine MH17

    Mit Spannung erwartet: Teil 2 des Berichts zum MH17-Absturz wird heute veröffentlicht

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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (223)
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    Die niederländische Staatsanwaltschaft plant für den heutigen Mittwoch die Veröffentlichung des zweiten Teils des Berichts über die Umstände des Absturzes der Boeing 777 der Malaysia Airlines, die am 17. Juli 2014 über dem ukrainischen Gebiet Donezk abgeschossen wurde.

    Es wird erwartet, dass die zuständige Ermittlungskommission den genauen Ort nennen wird, von dem die Rakete abgefeuert wurde.

    An Bord der verunglückten Maschine befanden sich 298 Menschen, die alle ums Leben gekommen sind. Alle Teilnehmer des Ukraine-Konflikts beteuern ihre Unschuld und beschuldigen die Gegenseite der Tragödie.

    Am 13. Oktober 2015 hatten die Kommission des niederländischen Sicherheitsrates und der russische Konzern Almas-Antej, der die entsprechenden Raketen herstellt, ihre Berichte veröffentlicht.

    Mit den Ermittlungen befasst sich eine gemeinsame Gruppe von Experten aus zwölf Ländern: den Niederlanden, Australien, der Ukraine, Belgien, Malaysia, Großbritannien, Deutschland, den Philippinen, Kanada, Neuseeland, Indonesien und den USA. Das sind unter anderem Experten für Metalle und Farben, für Waffensysteme, Sprengstoffe und Ballistik.

    Sowohl die russischen Experten als auch ihre ausländischen Kollegen stellten fest, dass die Boeing aus einem Flugabwehrkomplex des Typs Buk abgeschossen worden war. Allerdings bleibt unklar, von welchem Ort aus die Rakete abgefeuert wurde.

    Eine dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Quelle sagte: „Wenn in dem Bericht wieder Sneschnoje als Ort und die in Russland ausgemusterte Rakete 9M38 als Waffe angegeben wird, dann wird damit einfach die frühere Version des Berichts wiederholt, in dem im Grunde dieselben Angaben enthalten sind, und die Separatisten dafür verantwortlich gemacht wurden.“ Für die russische Seite wäre das aber kaum überzeugend, denn im Rumpf der Boeing gebe es keine Löcher, die für die Zerstörungselemente dieser „alten“ Rakete typisch wären.

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    Version des niederländischen Sicherheitsrates

    Laut dem Bericht des niederländischen Sicherheitsrates wurde der Flug MH17 aus einem Flugabwehrkomplex Buk mit einem 9N314M-Sprengkopf abgeschossen, und zwar von einem Territorium im Osten der Ukraine, dessen Fläche etwa 320 Quadratmeter groß gewesen sein soll.

    In einer Pressemitteilung der Kommission wurde nach der Veröffentlichung des Berichts präzisiert, die niederländischen und russischen Experten hätten Gebiete genannt, die sowohl von der selbsternannten Volksrepublik Donezk als auch von der ukrainischen Armee kontrolliert wurden. Ihre ukrainischen Kollegen nannten nur einen Abschnitt, der auf dem Territorium der Volksrepublik Donezk liegt.

    Version des Konzern Almas-Antej

    Die Experten des Konzerns Almas-Antej stellten ihrerseits nicht nur den Typ der Rakete, sondern auch den Ort fest, von dem diese abgeschossen worden sein könnte. Das Flugzeug wurde ihnen zufolge von einer 9M30-Rakete getroffen, die aus dem Dorf Saroschtschenskoje abgefeuert wurde, der sich an jenem Tag unter Kontrolle der ukrainischen Armee befand. In dem Bericht der Niederländer wurde dieser Ort jedoch nicht erwähnt. Zu diesen Schlüssen kamen die Almas-Antej-Experten, nachdem sie ein Experiment durchgeführt hatten, bei dem eine 9M38M1-Rakete ein altes, abgeschriebenes Flugzeug traf.

    Version des russischen Verteidigungsministeriums

    Das russische Verteidigungsministerium stellte die Daten von einem in der Nähe der russischen Stadt Rostow am Don stationierten Radar bereit, der für die Beobachtung der Situation am 14. Juli 2014 zuständig war. Diese Daten zeugen davon, dass es in der Nähe der verunglückten Boeing keine fremden Luftobjekte gab, darunter keine Raketen, die vom Territorium der Volksrepublik Donezk abgefeuert worden sein könnten. Andere Varianten der Flugbahn der Rakete wären möglich, aber die Daten, über die Russland verfüge, lassen das nicht beurteilen, sagte ein Sprecher der Militärbehörde. Diese Informationen könnten ihm zufolge die Ukraine und die USA haben, die sie jedoch nicht veröffentlichen.

    Version von Bellingcat

    Mit der Ermittlung der Umstände der MH17-Katastrophe befasste sich auch die britische Gruppe Bellingcat, die sich dabei auf Informationen aus diversen Quellen im Internet stützte. Laut Bellingcat wurde die Rakete von der 53. Flugabwehrbrigade der russischen Armee aus einem Raketenkomplex Buk M1 vom Territorium der Separatisten abgefeuert.

    Die Bellingcat-Mitarbeiter kamen zu diesem Schluss, nachdem sie mehrere Dutzende von Fotos verschiedener Buk-Komplexe analysiert hatten, die von Soldaten der 53. Brigade in den Jahren 2000 bis 2013 veröffentlicht worden waren.

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