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    Berlin lässt kriselnde Deutsche Bank im Stich

    © AFP 2019 / Frank Rumpenhorst/DPA
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    Die Krise der einst bärenstarken Deutschen Bank spitzt sich zu, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Im vergangenen Jahr verlor das Finanzinstitut 64 Prozent seines Börsenwertes und wird derzeit auf nur 15,7 Milliarden Euro geschätzt. Zum Vergleich: Laut dem „Spiegel“-Magazin beträgt das lediglich 0,4 Prozent des Börsenwertes der US-amerikanischen Konkurrenz JP Morgan, mit der die Deutsche Bank einst in einer Liga spielte.

    Einer der wichtigsten Gründe für die Krise sind die Vorwürfe seitens des US-Justizministeriums. Washington verhängte der Deutschen Bank eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (umgerechnet 12,5 Milliarden Euro), und zwar wegen des unangemessenen Verkaufs von hypothekengesicherten Wertpapieren und anderer Affären in Amerika. Aber noch mehr als das: Die Amerikaner verdächtigen die Bank der Wäsche von russischen Geldern. Dafür verlangen sie weitere 2,5 Milliarden Dollar. Wenn man bedenkt, dass die Deutsche Bank mindestens 5,5 Milliarden Dollar für die Bezahlung von Gerichtsverfahren braucht, könnte sie angesichts ihres aktuellen Börsenwertes bankrottgehen.

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    Berlin kann das selbstverständlich unmöglich zulassen. Der Vorstand der Bank weigert sich, die 14 Milliarden zu zahlen. Die Deutschen hoffen auf einen Kompromiss, sodass die Strafe wenigstens auf sechs Milliarden Dollar gesenkt werden könnte. 

    Laut Medienberichten droht auch dem VW-Konzern eine gigantische Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar. Bloomberg behauptet unter Berufung auf eigene Quellen in Washington, dass die US-Justiz derzeit die Größe der Strafe erwäge. Im Grunde sieht das aber nach einem Versuch aus, die Gunst der Stunde zu nutzen und die deutsche Konkurrenz zu erwürgen.

    Die Spannungen in der deutschen Finanzszene wachsen. Die Commerzbank verkündete am gestrigen Dienstag die Entlassung von 9000 Mitarbeitern. Seine Aktien an der Börse sinken laut dem „Handelsblatt“ weiter.

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    Finanzexperten führen die entstandene Situation auf die Weigerung der Kanzlerin Angela Merkel zurück, die kriselnde Deutsche Bank wenigstens bei den Gesprächen mit der US-Justiz zu unterstützen. Vermutlich denkt sie daran, dass die Bundesbürger dies im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 negativ wahrnehmen würden.

    Ein Vertreter der Deutschen Bank beteuerte jüngst, genügend Liquidität zu haben, um die Situation in den Griff zu bekommen.

    Experten zufolge hätte das Finanzinstitut aber höchstens drei Milliarden Euro für die Lösung des Problems. Die größte Gefahr besteht aber darin, dass die Probleme der Deutschen Bank den Zusammenbruch einer ganzen Reihe von anderen europäischen Problembanken auslösen könnten. Die Einleger würden in Panik geraten, ihre Depots schließen und dadurch die Insolvenz der Banken provozieren.

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    Tags:
    VW-Konzern, Deutsche Bahn, Angela Merkel, USA, Deutschland