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    „Anpassungsprogramm“ im Nordkaukasus: Reuige IS-Rückkehrer werden re-integriert

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    Iswestija
    Terrororganisation Daesh (307)
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    Die Behörden der russischen Teilrepublik Dagestan, aus der sich vergleichsweise die meisten Russen dem sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) angeschlossen haben, bemühen sich um die Integration der Kämpfer, die nicht mehr an die Ideologie der Terrormiliz glauben, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag.

    „Wer zurückkehrt, wird im Sinne des Gesetzes bestraft“, sagte der Präsident der Teilrepublik, Ramasan Abdulatipow, der Zeitung. „Wir arbeiten mit solchen Personen, die keine Verbrechen begangen haben; wir setzen ein Anpassungsprogramm um und helfen ihnen, ins reale Leben zurückzukehren. Wir sind daran interessiert.“

    Russische Polizei in Dagestan
    © Sputnik / Konstantin Chalabov
    Abdulatipow führte an, dass insgesamt mehr als 900 Dagestaner nach Syrien und in den Irak gegangen seien, um sich dort dem IS anzuschließen.

    Der Leiterin des dagestanischen Aussöhnungszentrums, Sewil Nowrusowa, zufolge würden viele Kämpfer zurückkehren wollen. Das erweise sich jedoch als äußerst schwierig, da die Terroristen sie nicht weggehen lassen und ihnen mit Mord drohen würden. Viele Kämpfer seien sehr enttäuscht darüber, was sie auf dem von den Terroristen kontrollierten Territorium gesehen haben.

    „Erst heute ist ein junger Mann aus Syrien zurückgekehrt. Die Dokumente werden erst vorbereitet; er befindet sich derzeit in der Türkei. Nach seinen Worten ist er zurückgekehrt, weil er angelogen wurde: Im IS sah er, dass es dort nicht um Religion und Ideologie, sondern nur um Verbrechen geht. Die Russen werden dort vor allem als eine Art ‚Kanonenfutter‘ benutzt“, so Sewil Nowrusowa. „Diese jungen Menschen verstehen, dass sie nach der Rückkehr nach Russland bestraft werden. Sie sind bereit, ins Gefängnis zu gehen, aber sie wollen vor allem weg von den Terroristen“, so Nowrusowa.

    Wer heimkehren wolle, nehme selbst Kontakte mit dem Aussöhnungszentrum auf. Mit den Heimkehrern treffen sich Mitarbeiter des Zentrums sowie Vertreter der russischen Geheimdienste. Manche von ihnen werden nicht zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen, sondern bekommen Bewährungsstrafen. Außerdem würden sie psychologisch betreut.

    „Wir tragen die Verantwortung für diese Menschen“, so Nowrusowa weiter. „Wir stehen mit ihnen im Briefwechsel, bemühen uns darum, dass sie eine Beschäftigung finden. Wir pflegen ständig den Dialog mit ihnen – selbst wenn sie heiraten oder sich scheiden lassen, sind wir bei ihnen.“

    Die Leiterin des Aussöhnungszentrums führte an, dass bisher etwa 100 dagestanische IS-Kämpfer aus dem Nahen Osten heimgekehrt seien.

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    Terror, Terrormiliz Daesh, Sewil Nowrusowa, Ramasan Abdulatipow, Nordkaukasus, Dagestan, Syrien