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    Ermittlungen des Joint Investigation Teams  zum MH17-Absturz

    Flugzeug-Abschuss über Ostukraine: 100 Verdächtige im Fall MH17

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    Nesawissimaja Gaseta
    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
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    Die internationale Gruppe zur Untersuchung der Ursachen des Absturzes der malaysischen Boeing (Flug MH17) im Donbass im Juli 2014 hat erste Arbeitsergebnisse veröffentlicht. Ihre Schlussfolgerungen widersprechen völlig den Informationen, die in Russland zu diesem Thema gesammelt wurden, wie die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag schreibt.

    Laut den Schlussfolgerungen der Ermittlungsgruppe, zu der Vertreter der Ermittlungsbehörden Australiens, Belgiens, der Niederlande, Malaysias und der Ukraine gehörten, erfolgte der Start der Rakete 9M38  von einer Buk-Raketenanlage, die sich westlich der Ortschaft Perwomajski befand. Diese Ortschaft liegt mehr als 22 Kilometer vom Fundort der Flugzeugtrümmer entfernt. Als Beweis wurde die Aufnahme eines abgebrannten Feldes vorgelegt, welches jedoch keiner konkreten Gegend zugeordnet werden kann. Die Gruppe verfügt nicht über Aufnahmen des direkten Raketenstarts. Der Chef der niederländischen Hauptabteilung für strafrechtliche Ermittlungen, Wilbert Paulissen, legte ebenfalls eine Aufnahme vor, auf der angeblich Spuren einer Rakete in der Luft zu sehen sind, doch auch in diesem Fall sind auf dem Foto keine Details zu sehen, nach denen man die Gegend genau bestimmen kann. Zudem ist es unmöglich, den Zeitpunkt der Aufnahme dieses Bildes festzustellen.

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    Den Ermittlern zufolge wurde der aus Russland kommende Buk-Flugabwehrkomplex um 8 Uhr am 17. Juli nach Donezk gebracht, um etwa 12 Uhr traf er im Dorf Sneschnoje ein. Danach soll er zur Startposition gebracht worden sein. Nach dem Raketenstart wurde der Buk-Komplex angeblich über Lugansk nach Russland zurückgebracht. Dabei konnten die Ermittler nicht feststellen, wer konkret die Rakete gestartet hatte.

    Als unumstößliche Beweise wurden Foto- und Videomaterialien vorgelegt, die in die sozialen Netzwerke gestellt worden waren, ebenso Angaben von Augenzeugen und Aufzeichnungen von Telefongesprächen der Aufständischen. Es wurde de facto der Verlauf der seit langem formulierten Version dargelegt, an der die Ermittler nicht zweifeln. Alle anderen Versionen wurden während der Untersuchung verworfen.

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    Darüber hinaus wurde berichtet, dass die neuen Informationen, die vor zwei Tagen aus Moskau eingegangen waren, nicht berücksichtigt werden, weil sie den bereits gemachten Schlussfolgerungen widersprechen. Das russische Verteidigungsministerium hatte den Ermittlern Informationen vom Radar der Rostower Flugüberwachungszentrale über das Vorhandensein von Luftobjekten am 17. Juli 2014 über der Absturzstelle zur Verfügung gestellt.

    Laut der Ermittlungsgruppe wurde die malaysische Boeing von einer Rakete des Typs 9M38 getroffen, über die die ukrainische Seite laut niederländischen Angaben angeblich nicht verfügt. In der Tat handelt es sich um die alte Modifikation einer Rakete für Flugabwehrkomplexe des Typs Buk, die sicher noch in ukrainischen Militärdepots lagern.

    Theorien zum MH17-Absturz im Donezbecken
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    Theorien zum MH17-Absturz im Donezbecken

    Einem Ermittler zufolge beteiligten sich bis zu 200 Mitarbeiter an der Untersuchung, es wurden mehr als 200 Zeugen vernommen, 150.000 Telefongespräche geprüft, mehr als 6.000 Protokolle erstellt. Die Grundlage der Hauptversion bilden Materialien aus den USA. Die Ermittler wollen jetzt Personen ausfindig machen, die an der Katastrophe beteiligt waren. In der Liste der Verdächtigen sind bereits rund 100 Personen zu finden. Nun sollen die Hauptfragen geklärt werden: Wer hat den Befehl erteilt, die Buk-Anlage in die Ukraine zu bringen, und wer hat befohlen, die Boeing abzuschießen? Nach niederländischen Angaben wird ein Gericht das endgültige Urteil zur MH17-Tragödie sprechen. Der niederländische Generalstaatsanwalt und Koordinator der Ermittlungen, Fred Westerbeke, teilte derweil mit: „Bislang machen wir keine Erklärungen über eine Beteiligung Russlands am Absturz der Boeing“. Die Ermittlungen sollen bis Anfang 2018 fortgesetzt werden.

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    MH17, Buk-Rakete, Malaysia Airlines, Ukraine