12:10 23 Juni 2018
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    Graffiti in Jalta auf der Halbinsel Krim

    US-Wahlkampf: Clinton und Trump streiten über Umgang mit Russland

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Der russisch-ukrainische Konflikt und die Wiedervereinigung der Krim mit Russland sind zu einem Streitthema im US-Präsidentschaftswahlkampf geworden, wie die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag schreibt.

    Die Journalistin Trudy Rubin, die früher mit ihrer Frage „Who is Mr. Putin?“ weltweit bekannt wurde, verwies darauf, dass der republikanische Kandidat Donald Trump, der seine Sympathie für den russischen Staatschef Wladimir Putin immer wieder betont und die Anerkennung der Krim nicht ausschließt, dabei selbst von seinen Parteikollegen kaum unterstützt werde.

    Rubin präzisierte, dass Trump mit seinem Auftritt im englischsprachigen TV-Sender Russia Today, der als „Sprachrohr“ der Kreml-Propaganda gilt, für großes Aufsehen in Amerika gesorgt habe. In diesem Zusammenhang hätten liberale Wähler weitere Fragen an den Milliardär. Eine von ihnen wäre, ob sich Trump von Putin nicht allzu stark beeinflussen lassen könnte. Und wie seine Position in Bezug auf die Nato, die baltischen Länder, die Russland als größte außenpolitische Gefahr für sich selbst bezeichnen, und auch den russisch-ukrainischen Konflikt wäre.

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    Zudem erinnerte Rubin daran, dass  sich Trump in der vorigen Woche in den UN-Räumlichkeiten nicht mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko treffen wollte, während seine demokratische Herausforderin Hillary Clinton ein solches Treffen hatte. Trumps und Clintons Stellung zur Krim und der Ukraine sowie seine Sympathie für Putin würden eine wichtige Rolle für gut gebildete Wähler spielen, vermutete die Journalistin.

    Die Meinungen der einfachen Amerikaner hängen von ihren politischen Vorzügen ab. Erwähnenswert sind einige Beispiele aus Gesprächen von Korrespondenten der "Nesawissimaja Gaseta" mit Einwohnern Pennsylvanias, das zu den Bundesstaaten gehört, deren Einwohner sich noch nicht entschieden haben, ob sie im November für Trump oder Clinton stimmen. Manche Anhänger Trumps befürworten seine Stellung gegenüber Putin, allerdings nur im Kontext der US-Innenpolitik.

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    Im Allgemeinen stellten die Korrespondenten fest, dass die meisten Befragten Clinton unterstützen und zudem kaum etwas über den russisch-ukrainischen Konflikt gehört hatten. Ein Einwohner Philadelphias namens Tim Robins zeigte sich überzeugt, dass die Krim-Frage bestimmt keine entscheidende Rolle für die Wähler spielen werde, da sich die meisten von ihnen nur für die Innenpolitik interessieren.

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    Was Trumps vermeintliche Bereitschaft zur Anerkennung der Krim als Teil Russlands angeht, so treten selbst viele Mitglieder der Republikanischen Partei vehement dagegen auf. Der Parteichef der Republikaner in Delaware, Michael Puppio, sagte beispielsweise gegenüber der "Nesawissimaja Gaseta": „Ich denke nicht, dass Amerika die Krim als Teil Russlands akzeptieren wird. Egal was Trump sagte, haben wir den Kongress, der sich auf Derartiges nie einlassen wird, und auch den Obersten Gerichtshof.“

    Derselben Meinung zeigte sich auch der Experte für Wahltechnologien, Larry Ceisler, der einst für Trump arbeitete. „Der russische Faktor spielt sicherlich eine gewisse Rolle für die US-Wahlkamfkampagne. Wer auf die Außenpolitik achtet, der dürfte über die Aussagen (Trumps) zur Unterstützung des nach Einschätzung der US-Bürger ziemlich aggressiven russischen Präsidenten beunruhigt sein“, so der Wahlstratege. Er verwies darauf, dass Moskau und Washington im Kontext der Syrien-Frage auf verschiedenen Seiten der Barrikaden stehen, und zweifelte daran, dass die Amerikaner in absehbarer Zeit Russlands Wiedervereinigung mit der Krim anerkennen würden.

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    Tags:
    Petro Poroschenko, Donald Trump, Hillary Clinton, Ukraine, Krim, USA, Russland
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