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11:57 21 August 2019
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    „Deutscher Islam“ wird 2017 umgesetzt

    © AP Photo / Muhammed Muheisen
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    Die deutsche Regierung beginnt im Vorfeld der Bundestagswahl ein großes Projekt zur Anpassung des Islams den deutschen liberalen Werten, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Wegen des außer Kontrolle geratenen Flüchtlingsansturms verlieren die regierenden Christdemokraten massiv an Zustimmung und versuchen, die Situation wieder in den Griff zu bekommen.

    Eine Quelle in der CDU verriet, dass es sich dabei um das anspruchsvollste Projekt der Regierung seit Jahrzehnten handele. Die Konzeption werde im Allgemeinen schon seit einiger Zeit intern besprochen. Damit werden sich gleich mehrere Ministerien befassen, vor allem das Innen- und das Arbeitsministerium. Mit einer Umsetzung des Projekts kann man voraussichtlich schon im kommenden Jahr rechnen – vor der Bundestagswahl im Herbst 2017.

    Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte unlängst die Idee geäußert, dass Deutschland den so genannten „deutschen Islam“ kreieren und aufrechterhalten müsse, der sich auf liberale Werte wie Toleranz und Freiheit stützen würde. Schäuble räumte dabei ein, dass die zunehmend größere Zahl der Muslime in der Bundesrepublik eine Herausforderung für sie sei.

    Auffallend ist, dass Merkel im Sommer 2015 erklärt hatte, der Islam gehöre zu Deutschland, und dafür scharf kritisiert wurde.

    Vertreter der rechtskonservativen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) glauben allerdings nicht, dass eine dermaßen große Zahl von Einwanderern mit solchen Programmen in die deutsche Gesellschaft integriert werden könnten.

    Der Islam müsse sich der deutschen Kultur anpassen, wenn er in Deutschland sein möchte, sagte der Leiter des AfD-Apparats, Markus Fronmaier. Schäubles Worte zeugen nach seinen Worten davon, dass die meisten Muslime in Deutschland gar nicht liberal seien und die deutschen Werte nicht teilen. Solche Muslime dürfen nicht nach Deutschland einreisen, verlangte Fronmaier.

    Der deutsche Politologe und Direktor des Deutsch-Russischen Forums, Alexander Rahr, findet, dass sich die CDU/CSU schon seit längerer Zeit mit der Anpassung des Islams an die deutschen Werte befasse. „Es geht um eine Modernisierung des Islams, um seine Liberalisierung. Dasselbe wurde auch mit dem Christentum getan. Die universalen und liberalen Werte sind für die Regierungspartei viel wichtiger als die Religion. Die Parteiführung ist tiefst überzeugt, dass die Liberalisierung des Islams und seine Annäherung den deutschen Werten möglich wären. Andererseits aber sind viele Menschen überzeugt, dass dies nur schwer umzusetzen wäre“, so der Experte.

    Alexander Kamkin vom Zentrum für Deutsche Studien beim russischen Europa-Institut sagte, die Idee des „deutschen Islams“ sei gar nicht neu, aber ausgerechnet jetzt müsse sie dringend umgesetzt werden. „In deutschen Großstädten gibt es islamische Organisationen, welche die Ideen des radikalen Wahhabismus verbreiten. Das ist sehr gefährlich für die Sicherheit der Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund gewinnt die AfD an Popularität, die offen sagt, dass der Flüchtlingsansturm unterbunden werden müsste. Angela Merkel und die CDU/CSU brauchen ein erfolgreiches Projekt zur Lösung der Migranten- und Flüchtlingsfrage“, zeigte sich der Politologe überzeugt.

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    Tags:
    Islamisierung, Migranten, CDU, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Angela Merkel, Deutschland