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03:06 20 Oktober 2019
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    Russische Erdkampfflugzeuge Su-25 im syrischen Himmel

    Himmel über Aleppo von russischen Bombern „reinigen“: Kommt die Flugverbotszone doch?

    © Sputnik / Dmitriy Vinogradov
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    Auf Initiative aus Paris ist am Montag bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats der Resolutionsentwurf über eine Flugverbotszone über Aleppo besprochen worden, bei dem es unmittelbar um die russische Luftwaffen und die syrische Armee ging, wie die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag schreibt.

    Russland warnte diesbezüglich im Voraus, dass die Initiative des französischen Präsidenten, die angeblich nur mit humanitären Fragen verbunden sein sollte, in Wahrheit einen eindeutigen militärischen Aspekt habe und darum de facto ein weiterer Versuch sei, die Situation in Syrien zu beeinflussen, die sich gegenwärtig nicht zugunsten des Westens entwickelt. Falls sich nichts ändert, könnte Aleppo eine weitere Stadt werden, die von Islamisten zurückerobert wird.

    Zuvor waren ähnliche Versuche vorwiegend von Amerikanern unternommen worden. Zuletzt waren dies die russisch-amerikanischen Vereinbarungen über einen Waffenstillstand, die im Ergebnis von den USA torpediert wurden, indem sie einen Luftangriff gegen syrische Truppen in der Provinz Deir ez-Zor flogen. Nun sei es, so schreibt das Blatt, nicht mehr wichtig, ob dies tatsächlich aus Versehen geschah (woran man jedoch kaum glauben könne), oder ob es um eine geplante Aktion des Pentagons ging, welches sich damit über die Befugnisse des Präsidenten Barack Obama hinwegsetzte. Wichtiger ist, dass US-Außenminister John Kerry und sein Team nahezu keine diplomatischen Mittel mehr haben, um die Position Moskaus und Damaskus zu beeinflussen. Offenbar aus eben diesem Grund wurde der „neutrale“ Francois Hollande in den Prozess einbezogen. Allerdings brachte dieser Schritt keine Ergebnisse – und nun bleibt dem Westen nichts anderes übrig als eine gewaltsame Einmischung.

    Mit der kompromisslosen Position Moskaus wurde gerechnet. Es handelte sich de facto um einen Versuch, Moskau in eine weitere diplomatische Falle zu treiben: Der Luftraum soll gesperrt werden, damit die syrische Armee ohne Luftunterstützung im Kampf gegen die Islamisten auskommen muss. Nachdem der von Paris vorgeschlagene Resolutionsentwurf abgelehnt wurde, erhalten die westlichen Partner nun die Möglichkeit, auf UN-Ebene von einer angeblichen „Blutgier Moskaus“ zu sprechen, obwohl bis heute nicht bekannt ist, wer den humanitären Konvoi tatsächlich bombardierte.

    Aber gerade war angestrebt worden. Die Frage besteht jetzt nur darin, wie weit die USA noch gehen wollen und ob die scheidende US-Administration genug Willen hat, ohne Zustimmung der Uno eine Flugverbotszone über Aleppo zu verhängen. Und im Weiteren: Kann Russland wirklich nur mit Flugzeugen und Flugabwehr, über die es in Syrien verfügt, eine angemessene Antwort geben?

    Sich mit den USA mit konventionellen Waffen zu messen, habe keinen Sinn, schreibt die Zeitung weiter. Was Washington genau im Arsenal hat, wüssten nur die Amerikaner selbst. Laut öffentlichen Angaben beläuft sich das Luftwaffenarsenal der USA und der Nato zusammen – für den Fall eines echten „großen“ Krieges – auf mehr als 6000 Flugzeuge, ein Vielfaches der russischen Ausstattung. In Syrien könnten für eine Überlegenheit im Luftraum 320 Flugzeuge ausreichen, über die die USA in der Region verfügen. Falls der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan Einspruch erheben sollte, könnte Washington selbst ohne den Stützpunkt Incirlik auskommen. Die USA verfügen über weitere Airbases in Katar, Oman, Bahrain und Kuwait. Bekannt ist der Stützpunkt Ahmed al Jaber in Kuwait, wo Kampfjets der Typen F-16 und F-18 sowie die neuesten Kampfjets F-22 der 5. Generation stationiert sind. Der Stützpunkt wurde gewöhnlich für Kampfhandlungen im Luftraum des Iraks genutzt, doch auch Syrien liegt nicht weit entfernt.

    Neueste Angaben über die russischen Fliegerkräfte in Syrien veröffentlichte jüngst die Zeitschrift „Jane’s Defence Weekely“. Auf Satellitenaufnahmen ist demnach zu sehen, dass auf dem Stützpunkt Hmeimim derzeit zwölf Bomber Su-24M, vier Bomber Su-34, vier Kampfjets Su-30SM und vier Kampfjets Su-35S stationiert sind. Darüber hinaus wurde der Einsatz eines Erdkampfflugzeugs Su-25 im Himmel über Aleppo festgestellt. Mehr Kräfte scheint das russische Militär in Syrien nicht zu haben. Nach anderen Medienangaben sind in Syrien 40 russische Flugzeuge stationiert.

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    Die in drei Reihen aufgestellten Flugabwehrmittel am Stützpunkt Hmeimim könnten trotzdem für Probleme der Fliegerkräfte der westlichen Koalition sorgen. Der ferne Zugang zum Stützpunkt wird von den Flugabwehrkomplexen S-400 Triumph, und S-200WE Wega geschützt, der mittlere von Buk-M2E  und der nahe von den Komplexen Osa AKM und S-125 Petschora-2M. Der Stützpunkt selbst wird von Abwehranlagen Triumph und  Panzyr-S1 geschützt.

    Bislang allerdings steht noch nicht fest, ob sich die USA letztlich tatsächlich dazu entschließen werden, eine Flugverbotszone über Aleppo zu verhängen. Laut dem Politologen Pawel Podlesny könnte dies alles auch „nur“ mit neuen Sanktionen enden, diesmal womöglich persönlich gegen russische Militärs, die an der Regelung des Syrien-Konflikts teilnehmen.

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    Terrormiliz Daesh, John Kerry, François Hollande, Barack Obama, Frankreich, USA, Russland, Syrien