14:16 09 April 2020
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    Der Erlass des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur provisorischen Aussetzung des Abkommens über die Entsorgung von Waffenplutonium mit den USA hat nicht nur einen politischen, sondern auch einen rein technischen Charakter, wie die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch schreibt.

    Gemäß dem Abkommen müsste Moskau ab 1. Januar 2018 die Entsorgung von 34 Tonnen Waffenplutonium einleiten, welches als unbrauchbar für militärische Zwecke gilt. Dafür wurde in Russland ein Betrieb zur Produktion des gemischten Uran-Plutonium-Brennstoffs (MOX-Brennstoffs) gebaut. Nach der vereinbarten Verarbeitung kann das Plutonium nicht mehr zu militärischen Zwecken verwendet werden.

    Die Amerikaner haben derweil noch keine keine solche Technologie, und für sie würde Russlands Austritt aus dem Abkommen bedeuten, dass sie nun selbst entscheiden können, was sie mit ihren 34 Tonnen Plutonium anfangen. Theoretisch könnten sie auch Waffen daraus produzieren.

    Ob Moskau und Washington künftig ihre Plutonium-Vereinbarungen umsetzen können, bleibt derzeit weiter offen.

    Für Russland bedeutet der Austritt aus dem Abkommen mit den Amerikanern vor allem, dass es sich mit der Produktion des MOX-Brennstoffs intensiver beschäftigen kann. Der Sprecher der russischen Staatskorporation Rosatom, Andrej Iwanow, teilte mit, dass der MOX-Brennstoff bereits für den Meiler BN-800 auf schnellen Neutronen hergestellt werde, und zwar aus dem sogenannten „energetischen“ Plutonium, welches aus radioaktiven Abfällen des Betriebs Majak produziert werde.

    Entsorgung von Plutonium ist allerdings keine billige Sache. 2001 schätzten Experten des Ministeriums für Atomenergie die Ausgaben für das russische Programm zur Plutoniumentsorgung auf mindestens 1,8 bis zwei Milliarden Dollar. Dabei wurde betont, dass diese Arbeit fast zu 100 Prozent aus dem Ausland finanziert würde. Mittlerweile kommt dies nicht infrage.

    Der Betrieb zur Produktion des MOX-Brennstoffs sei derzeit nur teilweise belastet, teilte der Rosatom-Sprecher mit. Das sei damit verbunden, dass die aktive Zone des BN-800-Meilers vorerst hybrid sei und teilweise mit dem MOX-Brennstoff, teilweise aber auch mit anderen Brennstoffarten, darunter mit Uran-Brennstoff, belastet sei. In zwei Jahren werde der Anteil des MOX-Brennstoffs in der aktiven BN-800-Zone auf 100 Prozent erhöht werden, so Iwanow. Damit könne Russland dann den Kreislauf der Nuklearbrennstoffproduktion schließen.

    Rosatom zufolge hält sich Russland weiter an die Verpflichtungen zur Entsorgung der 34 Tonnen Plutonium.

    Vermutlich will Moskau mit seinem Austritt aus dem Abkommen mit Washington vor allem die US-Administration negativ darstellen, die positive Prozesse in so einem sensiblen Bereich wie Atomabrüstung gefährdet. Andererseits aber wird dadurch Russlands Basis für die Produktion von Nuklearbrennstoff der neuen Generation wesentlich erweitert.

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    Tags:
    Uran, Plutonium, USA, Russland