12:43 20 Februar 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    443538
    Abonnieren

    Die Flugabwehrsysteme S-300, die Russland jüngst an Syrien lieferte, gehören den Luftabwehrkräften des Heeres an, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag unter Berufung auf eine militärdiplomatische Quelle in Moskau.

    Diese Systeme seien „vor allem für die Vernichtung von aeroballistischen Zielen und Marschflugkörpern bestimmt“, präzisierte der Insider.

    Eine andere Quelle verriet, dass Russland den Syrern zudem Dutzende Einheiten Panzertechnik und Militärlastwagen bereitstellen könnte.

    Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium die Informationen der US-Medien über die Lieferung der S-300-Raketen an Syrien bestätigt. Der Sprecher der Militärbehörde, Igor Konaschenkow, betonte, dieser Komplex sei für die Verteidigung des Marinestützpunktes in Tartus und der Schiffe im Küstenraum bestimmt. 

    Mobiles Flugabwehrsystem Antey-2500
    © Sputnik /
    Mobiles Flugabwehrsystem Antey-2500

    Das Mitglied des Auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), Igor Morosow, erklärte seinerseits, dass es in Syrien auch andere Luftabwehranlagen gebe, die „für die Abkühlung mancher Hitzköpfe nötig sein könnten“. Zudem könnte Russland notfalls den Luftraum über Syrien sperren.

    „Im Rahmen der militärtechnischen Kooperation wurde Damaskus mit mehreren Komplexen versorgt, darunter mit Buk-M1- und Ossa-Komplexen. Damit werden die USA ihre irakischen Erfahrungen nicht mehr wiederholen können. Die syrischen Luftabwehrkräfte sind bereit, Angriffe seitens jeglicher Flugapparate abzuwehren. Darüber hinaus könnten die Amerikaner bei ihren Angriffen russische Berater und Instrukteure treffen, was Gegenmaßnahmen Moskaus zur Folge hätte“, so der Senator.

    Die „Washington Post“ hatte unlängst mitgeteilt, dass Washington Luftschläge gegen die syrischen Regierungstruppen erwäge, vor allem bei Aleppo.

    Das Weiße Haus dementierte diese Informationen nicht. Sprecher Josh Earnest räumte allerdings ein, dass US-Schläge gegen die Assad-Kräfte tatsächlich eine Konfrontation zwischen russischen und amerikanischen Militärs auslösen könnten. „Wir hatten von Anfang an gewarnt, dass dieses Chaos nur mit militärischen Mitteln nicht unterbunden werden kann. Und die Entscheidung, zu der wir kommen, wird nicht nur aus der militärischen Komponente bestehen.“

    Der Militärexperte Oleg Glasunow schloss nicht aus, dass Washington tatsächlich die syrischen Regierungstruppen angreifen werde. „Eine solche Möglichkeit besteht. Russland hat ja nicht umsonst die S-300-Komplexe nach Syrien verlegt. Moskau ist bereit, sie einzusetzen, aber das wird nicht zum Dritten Weltkrieg führen. Schließlich schossen wir US-Kampfjets schon in Korea und Vietnam ab. Präsident Wladimir Putin gibt zu verstehen, dass die russische Seite keine Zugeständnisse mehr machen wird, denn in Syrien geht es jetzt darum, ob Moskau ein Akteur ist, der bereit ist, die Interessen seiner Verbündeten zu verteidigen, und auf den man sich verlassen kann, oder ob wir wieder abtreten, was in den letzten 25 Jahren öfter der Fall war“, so der Politologe.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Vize-Außenminister: Flugverbot für syrische Luftwaffe ist keine Flugverbotszone
    Lawrow: Flugverbotszone in Syrien von der Türkei initiiert, nicht von Merkel
    Syrien-Zerwürfnis mit den USA: „Nur Russland sagt dem Rüpel, dass er ein Rüpel ist“
    „Taktlos!“: UN-Botschafter rügt US-Worte zu angeblichen Syrien-Misserfolgen Russlands
    Tags:
    Antej-2500, USA, Russland, Syrien