03:07 20 April 2018
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi (Archivbild)

    Rückkehr nach 45 Jahren: Kairo bietet Moskau Militärstützpunkt in Ägypten

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    Russland verhandelt mit Ägypten über die Pacht mehrerer Militärobjekte, wie die Zeitung „Iswestija" am Montag schreibt. Nach ersten Verhandlungen seien bereits erste Erfolge errungen worden.

    Unter anderem gehe es um den früheren sowjetischen Fliegerstützpunkt in Sidi Barrani, teilte demnach eine Quelle aus militärdiplomatischen Kreisen mit. Die entsprechenden Verhandlungen verliefen durchaus erfolgreich, der Stützpunkt könnte schon 2019 seinen Betrieb aufnehmen. „Kairo könnte ihn Moskau verpachten, um vorrangig wichtige geopolitische Aufgaben zu lösen“, so der Insider. Dort könnte ein ständiges Militärkontingent untergebracht werden, das allerdings in der ersten Kooperationsphase nicht allzu groß sei.

    Die Errichtung eines solchen Stützpunktes würde dem aktuellen Kooperationsniveau zwischen Moskau und Kairo im militärischen Bereich entsprechen, ist das frühere Mitglied des ägyptischen Generalstabs, Talaat Musallam, überzeugt. „Obwohl Russland bereits einen solchen Stützpunkt im syrischen Hmeimim hat, würde die Präsenz der russischen Luftwaffe in Ägypten Moskau die Möglichkeit geben, militärische Aufgaben auch im westlichen Mittelmeerraum zu lösen“, betonte er und führte Libyen als Beispiel an. 

    Der Erste Vizevorsitzende des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Andrej Krassow, stimmte dieser Auffassung grundsätzlich zu und ergänzte, dass der russische Stützpunkt in Sidi Barrani zur Festigung der internationalen Sicherheit beitragen würde, denn Russland sei ein „Garant der Stabilität in Nordafrika“. In der aktuellen Situation „erkennen immer neue Länder, darunter auch Ägypten, Russlands Rolle bei der Aufrechterhaltung des Kräftegleichgewichts in der Welt ”. Denn eine Sache sei es, verbal gegen den Terrorismus zu kämpfen – eine andere Sache, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, wie das Russland tut“, so der Abgeordnete.

    Der Präsident der Internationalen Anti-Terror-Assoziation, Josif Linder, meint, dass die Wiedereröffnung des russischen Stützpunktes in Ägypten nicht nur für die Konfliktregelung in Syrien, sondern auch für die Stabilisierung der Situation in Libyen wichtig sei. „Das ist ein nichtwegzudenkender Teil der Wiederherstellung der russischen Macht auf der internationalen Bühne. In Afrika müssen die früheren sowjetischen Stützpunkte wiedereröffnet werden, zumal Nordafrika eine sehr instabile Region ist, sodass der Stützpunkt dort eine schnelle und effiziente Lösung von geopolitischen Aufgaben ermöglichen würde“, so Linder. Das bedeute jedoch nicht, „dass wir jemanden überfallen wollen. Das Vorhandensein von Militärstützpunkten ist ein Beweis für die Repräsentanz eines Landes außerhalb seiner Grenzen.“

    Derzeit liegt der einzige russische Stützpunkt im Ausland im syrischen Hmeimim.

    Nach Sidi Barrani würde Russland nach 45 Jahren zurückkehren. Früher befand sich dort bis 1972 ein Marinestützpunkt.

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    Stützpunkt, Sidi Barrani, Russland, Ägypten