18:22 17 November 2017
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    US-Präsidentschaftswahl: Trump spaltet republikanisches Establishment endgültig

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    Die Kritik am republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump wird immer heftiger. Zunehmend mehr seiner Parteikollegen kehren ihm den Rücken, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Präsident Barack Obama erklärte kürzlich während einer Veranstaltung zur Unterstützung der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton, Trump mangele es „an Temperament, an Anstand und an Vernunft seiner Überlegungen“. Dabei erinnerte der scheidende Staatschef an den jüngsten Skandal um den Milliardär, der nach der Veröffentlichung eines Videos durch die Zeitung "Washington Post" ausgebrochen war, auf dem Trump erzählte, wie er einige Frauen belästigt hatte.

    Nach diesem Eklat weigerten sich mehrere republikanische Vertreter, darunter Senator John McCain und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, den Kandidaten ihrer Partei weiter zu unterstützen. Viele Parlamentarier verlangten den Rücktritt des republikanischen Kandidaten.

    Allerdings erklärte Trump, er könne auch ohne ihre Unterstützung um den Einzug ins Oval Office kämpfen. „Sie können nicht gewinnen, und ich zeige ihnen, wie das gemacht wird“, schrieb der Milliardär auf Twitter.

    Nach der jüngsten zweiten Runde der TV-Debatten gegen die Demokratin Clinton sind die Popularitätswerte Trumps gestiegen. Dabei ging er gegen seine Herausforderin noch intensiver als zuvor vor und drohte ihr unter anderem mit einer Gefängnisstrafe im Falle seines Wahlsiegs. Solche radikalen Aussagen scheinen vielen von seinen Parteikollegen zu gefallen.

    Laut jüngsten Umfragen des "Wall Street Journal" und des Senders NBC sind 89 Prozent der republikanischen Wähler bereit, für Trump zu stimmen. Das ist um 15 Prozent mehr als am vorigen Wochenende. Laut Reuters und Ipsos wollen 58 Prozent der Republikaner, dass der Baumagnat weiterhin ihr Kandidat bleibt, während 68 Prozent glauben, dass alle bekannten und angesehenen Vertreter der Partei sich um Trump vereinigen sollten. 

    „Angesichts der jüngsten Umstände wird Trump seine Wahlkampagne nach dem Prinzip ‚alles oder nichts‘ führen“, vermutete Wladimir Wassiljew vom russischen Institut für USA- und Kanada-Studien. „Sein wichtigstes Ziel ist, die Wähler auf seine Seite zu ziehen, die mit dem Verhalten des Establishments in Washington unzufrieden sind.“

    „Die Schlussphase der Wahlkampagne zeigt immer deutlicher, dass Hillary Clinton nicht nur Demokratin, sondern die Kandidatin des Establishments ist, während Trump nicht nur Republikaner, sondern der Führer des ‚Kreuzzugs‘ gegen Washington und die amerikanische Bürokratie ist“, so der Experte.

    Erwähnenswert sind auch die Umfrageergebnisse von Pew Research, dass 58 Prozent der Lateinamerikaner Clinton und nur 19 Prozent Trump unterstützen. Unter den Schwarzen kommt der Milliardär nur auf zwei Prozent, während 83 Prozent der Afroamerikaner für Clinton stimmen wollen.

    Unter weißen Amerikanern, die die Bevölkerungsmehrheit ausmachen, sind laut Soziologen 13 Prozent mehr bereit, für Trump zu stimmen. Dabei rechnet er vor allem mit den Stimmen der Menschen ohne Universitätsausbildung, die mit der ihnen vom Establishment aufgezwungenen „politischen Korrektheit“ und der kaum kontrollierbaren Zuwanderung unzufrieden sind.

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    Tags:
    US-Präsidentschaftswahl 2016, John McCain, Hillary Clinton, Donald Trump, USA
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