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    US-Wahlen: Trumps „schüchterne“ Unterstützer – unsichtbares Sieges-Potential?

    © REUTERS / Jonathan Ernst
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    Die Umfrageergebnisse im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl unterscheiden sich wesentlich von den wahren Vorzügen der US-Bürger, wie die Zeitung "Kommersant" am Montag schreibt. Der Republikaner Donald Trump könnte in Wahrheit ziemlich viel mehr Anhänger haben, als bislang errechnet.

    Nach einer Studie von Reuters und Ipsos liegt die demokratische Kandidatin Hillary Clinton um etwa sieben Prozent vor ihrem Herausforderer. Allerdings fragten sich, so die britische „Financial Times", mittlerweile viele Soziologen, ob diese Umfragen wirklich dem wahren Kräfteverhältnis entsprechen. Es wird immer öfter über sogenannte „verschämte“ Anhänger des extravaganten Milliardärs gesprochen, die am Ende für ihn stimmen werden, dies aber im Voraus jedoch nicht zugeben. Das könnte bedeuten, dass Clintons vermeintlicher Vorsprung in Wirklichkeit bedeutend geringer ist.

    Experten sprechen dabei vom sogenannten „Bradley-Effekt“, der nach dem einstigen Gouverneurskandidaten in Kalifornien, Tom Bradley, benannt wurde. Der afroamerikanische Kandidat lag im Jahr 1982 lange Zeit in Führung, doch am Ende gewann sein Gegner. Damals hatten sich viele Menschen für den schwarzen Kandidaten ausgesprochen, damit man sie am Ende nicht als Rassisten bezeichnete.

    Zudem wird dieser Begriff häufig genutzt, wenn Wähler sich schämen, einen „unkonventionellen“ Kandidaten — wie eben Trump – offen zu unterstützen, ihre Stimmen jedoch trotzdem ihm geben. 

    Die Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Meinungsumfragen vor der Präsidentschaftswahl in Amerika werden umso größer, da es in letzter Zeit gleich mehrere Fälle gab, in denen sich Umfrageergebnisse extrem von den Wahlergebnissen unterschieden. Berüchtigtses Beispiel hierf+r ist das Brexit-Referendum in Großbritannien.

    Eine weitere umstrittene Frage ist, ob die Anti-Immigranten-Rhetorik Trumps die Stimmung der lateinamerikanischen Wähler wirklich beeinflusst, die normalerweise wenig Interesse für Wahlen zeigten.

    Der Soziologe Douglas Schwartz von der Quinnipiac University meint, dass die Ergebnisse der republikanischen Vorwahlen die Theorie von den „verschämten“ Trump-Anhängern widerlegt hätten. „Wenn dies bei den Primaries nicht offensichtlich wurde, dann wird das auch nicht bei der Präsidentschaftswahl selbst zutage kommen. Trumps Wähler scheinen sich nicht zu schämen. Wenn sie sich versammeln, haben sie keine Angst, das zu sagen, was sie fühlen“, so der Experte.

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    US-Präsidentschaftswahl 2016, Douglas Schwartz, Donald Trump, USA