15:59 11 Dezember 2017
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    Aus Drohne mach Hackfleisch: Russlands Armee bekommt smarte Mini-Geschosse

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    Neue Waffen für russische Armee (669)
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    Die russischen Streitkräfte bekommen neue Hightech-Geschosse gegen Kleinfluggeräte. Die smarte Munition soll bis 2020 an die Armee ausgeliefert werden, wie die Zeitung „Iswestija“ berichtet.

    „Die Tests der neuen Geschosse werden in nächster Zeit abgeschlossen. Danach kann man mit der Auslieferung rechnen“, sagt Oleg Tschischewskij, verantwortlicher Chef-Konstrukteur für automatische Kleinkalibergeschütze beim russischen Rüstungskonzern „Techmash“.

    Mini-Drohnen des Typs Black Hornet
    © Foto: Crown Copyright/MOD 2013
    Und so, schreibt die Zeitung, funktioniere die neue Munition: Die Mini-Geschosse sind mit einem smarten Zeitzünder ausgerüstet, der den Zeitpunkt der Detonation automatisch berechnet – je nach Abstand zum Ziel. Beim Zielanflug explodieren die Geschosse und bilden eine Projektil-Wolke um die Drohne herum. Die Projektile durchsieben das Kleinfluggerät. Demnächst soll die Munition mit Hartgummi-Kügelchen angereichert werden.

    Ein großer Vorteil der neuen Waffe sei vor allem die Sicherheit für die eigenen Kräfte, betont der Chef-Konstrukteur: Die zu Boden fallenden Projektile würden für die Bodentruppen, die durch Helme und Panzerwesten geschützt seien, keinerlei Gefahr darstellen.

    Zunächst sollen die Schützenpanzer „Bumerang“, T-15 „Armata“ und „Kurganez-25“ mit der neuen Waffe ausgerüstet werden, so Tschischewskij weiter. Künftig sollen die 30-Millimeter-Geschosse auch für die älteren Schützenpanzermodelle BTR-82, BMP-2 und BMP-3 entwickelt werden.

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    „Der Himmel über Konfliktzonen ist voll von kleinen Flugdrohnen. Und ihre Zahl wird weiter zunehmen“, sagt der Militärhistoriker Alexei Chlopotow. „Das Orten und Abfangen dieser Kleinfluggeräte stellt ein ernstzunehmendes Problem dar.“ Die Drohnen mit Flugabwehrraketen abzuschießen, sei etwa so, als würde man mit Goldbarren um sich werfen: Eine Flugabwehrrakete sei um ein Vielfaches teurer als eine Kleindrohne. „Dabei ist eine kleine Flugdrohne alles andere als ungefährlich. Sie dient nicht nur der Aufklärung gegnerischer Stellungen, sondern leitet auch das Feuer von Flugzeugen, Hubschraubern, Kampfdrohnen, Artilleriehaubitzen und Panzern“, erklärt der Fachmann.

    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sollen Russlands Einheiten bis 2020 mit der neuen Munition ausgestattet werden.

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    Drohne, Kurganez-25, Kampfpanzer T-15, Bumerang, Oleg Tschischewskij, Russland
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