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    Befreiung von Mossul – Irakische Offensive gegen IS

    Schlacht um Mossul entscheidet über Verbleib des IS im Irak

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    Kommersant
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    Die Schlacht um die irakische IS-Hochburg Mossul wird zum blutigsten Waffengang auf irakischem Boden seit der US-Invasion gegen Saddam Hussein im Jahre 2003, schreibt die russische Tageszeitung „Kommersant“.

    Das Kräfteaufgebot zur Erstürmung der Großstadt suche seinesgleichen: Neben irakischen Regierungstruppen, schiitischen Milizen und sunnitischen Einheiten beteiligen sich laut der Zeitung bis zu 30.000 kurdische Peschmerga-Kämpfer, bis zu 2.000 türkische Soldaten sowie US-amerikanische und europäische Militärberater – und auch möglicherweise im Irak stationierte Spezialkräfte der US-geführten Koalition.

    Wie viele Dschihadisten sich ihnen entgegenstellen, stehe nicht genau fest. Die Angaben schwankten je nach Quelle zwischen 2.500 und 10.000 IS-Kämpfern. Klar sei jedenfalls, dass sich in Mossul die größte IS-Einheit im Irak verschanzt hat. Und dass die Schlacht entscheide, ob sich das IS-Kalifat nach zweieinhalbjähriger Besatzung weiterhin in dem Land halten wird. 

    Mossul-Offensive: US-Strategie führt in Katastrophe

    Derweil müsse die Anti-Terror-Koalition mit massiven Verlusten auf Seiten der Zivilbevölkerung rechnen. Anders als in den Städten Ramadi und Falludscha, die die irakische Armee zuvor vom IS befreit hatte, konnte die Bevölkerung von Mossul die Stadt nicht verlassen – die meisten Einwohner blieben dort und können von den Terroristen als lebendes Schutzschild benutzt werden.

    Zwei Millionen Menschen lebten in Mossul, bevor die Stadt vom IS eingenommen wurde. Laut internationalen Hilfsorganisationen seien eine bis anderthalb Millionen Menschen weiterhin in der Stadt, schreibt „Kommersant“. Demnach drohe eine größere humanitäre Katastrophe als im Osten der nordsyrischen Stadt Aleppo, wo sich 250.000 Menschen befinden.

    Sollte die Schlacht um Mossul sich in einen zähen Häuserkampf mit westlicher Luftunterstützung verwandeln, könne die humanitäre Katastrophe alles übertreffen, was die Weltöffentlichkeit derzeit in Aleppo beobachte, so das Blatt. Nur die Akteure wären dann andere: Als Verantwortliche für den Tod von Zivilisten würden dann nicht Moskau und Damaskus hingestellt – wie in Aleppo –, sondern die von Washington angeführte Koalition.

    Kurz vor den Präsidentschaftswahlen in den USA wären solche Bilder bei den Demokraten im Weißen Haus jedoch äußerst unerwünscht. Dem Republikaner Donald Trump könnte dies aber in die Hände spielen.

    Sollte sich bis zum Wahltag am 8. November jedoch eine Niederlage des IS in Mossul abzeichnen, würde die demokratische Kandidatin Hillary Clinton punkten: Dann könnte die ehemalige US-Außenministerin behaupten, dass die Nahost-Politik ihres demokratischen Vorgängers im Kampf gegen den internationalen Terrorismus endlich Früchte trage, schreibt „Kommersant“ abschließend.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Donald Trump, USA, Irak, Mossul
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