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    Donald Trump

    Von US-Demokratie enttäuscht – Trump lässt die Intrige platzen

    © REUTERS / Jonathan Ernst
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    In Las Vegas hat die letzte TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten stattgefunden, bei der Hillary Clinton den Republikaner Donald Trump als Marionette Russlands bezeichnete.

    Trump warf den Demokraten seinerseits Schwäche vor und weigerte sich, die Wahrhaftigkeit der bevorstehenden Wahlergebnisse anzuerkennen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Bei der Debatte, die von dem „Fox News”-Journalisten Chris Wallace moderiert wurde, wurden sechs Themen besprochen – Staatsschulden, Einwanderung, Wirtschaft, Nominierungen für das Oberste Gericht, Außenpolitik und Eigenschaften, die für Präsidenten notwendig sind. Allerdings stachen die Bemerkungen auf beiden Seiten, die nicht direkt mit den angekündigten Themen verbunden waren, hervor.

    Eines der wichtigsten Ergebnisse der Diskussion war der Verzicht des Republikaners, den Ausgang der Wahlen anzuerkennen. Trump warf den Behörden den Verlust der Kontrolle über den Abstimmungsprozess vor. Falls sie sich die Wählerlisten ansehen, würde klar, dass Millionen Menschen, die das Stimmrecht bekamen, nicht auf dieser Liste stehen sollten. Darüber hätte der Pew Report berichtet. Zuvor hatte Trump gesagt, dass diese „Geisterwähler” für die Partei stimmen, die der Elite Vorteile bringt. 

    Laut dem Pew Report von 2012 wurden in die Wählerlisten fälschlicherweise 1,8 Millionen verstorbene Amerikaner aufgenommen. Rund 2,75 Millionen Wähler hatten zum Zeitpunkt der vorherigen Wahl die Möglichkeit, gleich in mehreren Bundesstaaten abzustimmen.

    „Jedes Mal, wenn sich Ereignisse nicht zu seinen Gunsten entwickeln, sucht er nach Argumenten, dass gegen ihn Verschwörungen angezettelt werden“, sagte Clinton zu den Vorwürfen Trumps. Laut jüngsten Ergebnissen des Meinungsforschungsinstituts Real Clear Politics hat die Demokratin 6,4 Prozent Vorsprung vor dem Republikaner.

    Hillary Clinton und Donald Trump
    © REUTERS / Dominick Reuter

    Laut dem US- und Kanada-Experten Valeri Garbusow ist es angesichts der sinkenden Popularitätswerte Trumps nicht verwunderlich, dass er seine aggressive Rhetorik verstärkt. „Die Vorwürfe, die Trump jetzt macht, kommen zu früh, weil die Wahlen noch nicht stattgefunden haben. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass der Republikaner auf dieses Thema setzen wird, falls die Demokraten mit einem minimalen Abstand gewinnen.“ 

    Für Clinton war es nicht einfach, als das Thema „Internationaler Handel“ besprochen wurde. Wallace fragte die demokratische Präsidentschaftskandidatin, wie sie ihre Äußerungen vor einigen Jahren kommentieren würde, als sie vom Traum eines einheitlichen Marktes in der ganzen Welt mit Freihandel und offenen Grenzen sprach. Die Offenbarungen der Kandidatin würden kaum viele Amerikaner entzücken, die sich gegen die Freihandelspolitik wehren. Allerdings wich Clinton der Antwort auf diese Frage aus. Stattdessen versuchte sie, den Fokus der Diskussion zu verschieben. 

    „Sie haben ein Zitat aus WikiLeaks angeführt. Diese Webseite hat zusammen mit der russischen Regierung gegen die Amerikaner spioniert. Sie haben die Accounts von Privatpersonen und Organisationen gehackt, um dies ins Internet zu bringen. Das wurde auf der höchsten Ebene, von Putin genehmigt.“ Statt Gespräche über Handel zu führen, wäre es angemessener, die Frage zu stellen – warum Trump nicht das Vorgehen des russischen Präsidenten verurteilt, so Clinton.

    „Ich kenne Putin nicht, doch er sagte schmeichelhafte Sachen über mich“, erklärte darauf Trump. „Es wäre toll, wenn wir Beziehungen entwickeln könnten.“ Eine Annäherung mit Russland könnte ermöglichen, sich im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ zu vereinigen, der wegen des von den Amerikanern zurückgelassenen Vakuums nach den Invasionen im Irak und Libyen entstanden wäre. Trump machte für diese Operationen unter anderem Clinton und Obama verantwortlich. Ihm zufolge respektiert Putin die Demokraten wegen ihrer Schwäche nicht. Daraufhin nannte Clinton den Republikaner eine Marionette Putins und warf ihm vor, den Zerfall der Nato zu planen.

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    Tags:
    Demokratie, US-Präsidentschaftswahl 2016, Terrormiliz Daesh, WikiLeaks, Chris Wallace, Donald Trump, Hillary Clinton, USA