14:25 12 Dezember 2019
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow

    Lawrow rät europäischen Unternehmern: Nicht der „russenfeindlichen Minderheit“ folgen

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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich am Dienstag in Moskau mit Vertretern des Unternehmerverbands Association of European Businesses (AEB) getroffen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Laut Lawrow hat sich die russische Wirtschaft auf die „kontraproduktiven“ Sanktionen eingestellt. Die aktuellen Probleme seien in vielerlei Hinsicht die Folge der „transatlantischen Solidarität der Europäer mit Washington“, führte der russische Chefdiplomat aus.

    Im Four Seasons Hotel in der Nähe des Kremls versammelten sich am Dienstag mehr als 300 Vertreter der europäischen Unternehmerwelt und etwa 20 Botschafter und Diplomaten aus EU-Ländern. Die meisten Anwesenden haben in Russland ihren festen Wohnsitz – die Association of European Businesses vertritt in Russland tätige Unternehmen, vorwiegend europäische. Für den Unternehmensverband sei es wichtig, von Sergej Lawrow eine Einschätzung der Ereignisse und Aussichten zu hören, sagte AEB- Vorstandschef Thomas Sterzel und lud den russischen Außenminister dazu ein, an die Teilnehmer des Treffens ein paar Worte zu richten.

    Mehr zum Thema: Moskau verspricht „schmerzhafte Antwort“ auf neue US-Sanktionen

    Lawrow nannte Deutschland ein „großes Land“ und die EU ein nach seiner Bedeutung kolossales Projekt. „Wir haben wiederholt gesagt, dass wir die EU einheitlich, geschlossen und selbstständig sehen wollen“, so Lawrow. Der russische Außenamtschef sprach auch die Probleme in den Beziehungen zur EU an – den Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Europa, den wachsenden Druck auf Russland wegen der Situation in Syrien, die Einstellung der Kooperation im Antiterrorkampf, den Abbau von Handel und Investitionen sowie die Verhinderung der Energieprojekte South Stream und Nord Stream 2.

    Wie es in der Rede des Außenministers hieß, sind nicht nur die Europäer, sondern auch die USA und die russenfeindliche Minderheit in der EU für die Misere verantwortlich. „Uns wundert natürlich, dass die pragmatischen EU-Mitglieder der russenfeindlichen Minderheit folgen und in den Beziehungen zu Moskau die Politik über die Wirtschaft stellen wollen“, sagte Lawrow. Ihm zufolge ist ein großer Teil der antirussischen Aktionen in Europa auf die transatlantische Solidarität mit Washington zurückzuführen. Gleichzeitig zeigte sich Lawrow jedoch davon überzeugt, dass jene die Mehrheit bilden, die mit Russland auf beiderseitig respektvoller Grundlage arbeiten wollen.

    Laut einer Umfrage der Mitglieder der Russisch-Deutschen Außenhandelskammer sind 86 Prozent der Unternehmen für die Aufhebung der antirussischen Sanktionen. Die Stimmung habe sich im Ganzen verbessert – man könne vermuten, dass der Tiefpunkt bereits erreicht wurde und Hoffnung auf Verbesserung auftaucht, sagte AEB-Geschäftsführer Frank Schauff.

    Laut dem Chef der Firma Alstom in Russland, Philippe Pegorier, ist es angesichts der Streitigkeiten zwischen Russland und der EU derzeit wichtig, dass der russische Außenminister bereit ist, direkt mit ausländischen Investoren zu sprechen und auf Fragen zu antworten. „Wir brauchen eigene Kanäle mit den russischen Behörden, wenn die offiziellen Kanäle zwischen Moskau und der EU schlecht funktionieren.“

    „Die Geschäftswelt passt sich tatsächlich an, die Situation ist besser als vor zwei Jahren, allerdings schlimmer als vor fünf Jahren“, sagte Lawrow.

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    Sanktionen, Wirtschaft, EU, Philippe Pegorier, Thomas Sterzel, Sergej Lawrow, USA, Deutschland, Russland