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    Widerstand gegen Nord Stream 2: EU sieht Gazprom-Projekt als Gefahr an

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    Die Europäer fürchten nach wie vor ihre große Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Russland, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Das EU-Parlament billigte gestern die so genannte EU-Strategie bezüglich des Flüssiggases und der Gasbehälter, die eine intensivere Nutzung des Flüssiggases bei gleichzeitiger Senkung der Abhängigkeit vom Erdgas in langfristiger Perspektive vorsieht. Zudem sollten die Quellen von Energieträgern diversifiziert werden.

    In diesem Zusammenhang wurde festgestellt, dass die Nord-Stream-2-Pipeline, über deren Bau der russische Energiekonzern Gazprom mit seinen europäischen Partnern (Engie, OMV, Shell, Uniper und Wintershall) derzeit verhandelt, den Interessen der Union widersprechen würde.

    Damit wurden dem Nord-Stream-2-Projekt finanzielle und gesetzliche Vergünstigungen verweigert. Bezüglich der Pipeline gelte das so genannte Dritte Energiepaket der EU voll und ganz, heißt es in dem Bericht. Zudem brachten die Parlamentarier ihre Besorgnis zum Ausdruck, dass der Gasimport aus Russland 2015 um sieben Prozent auf 41 Prozent gewachsen ist. Gazprom gab dazu keinen Kommentar ab.

    Als Rettung vor dem russischen Gas betrachten die Europäer das Flüssiggas. Allerdings räumen sie gleichzeitig ein, dass die entsprechende Infrastruktur wegen der in den vergangenen Jahren nachlassenden Gasnachfrage nicht intensiv genug genutzt wird. Die EU-Parlamentarier plädieren für die Errichtung neuer Flüssiggas-Hubs, beispielsweise in Zypern, damit in Europa ein einheitlicher Markt entsteht. Als potenzielle Lieferanten wurden nordafrikanische Länder genannt.

    Die Flüssiggas-Strategie ist laut dem Bericht ein Element der „Energieunion“. Diese Idee ist seit vielen Jahren ziemlich populär, hat aber bislang keine klaren Konturen. Die Strategie wurde im Sommer 2015 veröffentlicht und sieht die Entwicklung eines einheitlichen Systems zum Gaskauf bei äußeren Lieferanten, die Senkung der Abhängigkeit von äußeren Lieferanten (vor allem von Russland) und die Entwicklung von erneuerbaren Energiequellen vor. Letzterer Aspekt wurde auch in der gestern vereinbarten Flüssiggas-Strategie hervorgehoben: Laut dem Bericht sollen die Treibhausgasausstöße bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 reduziert werden.

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    Gas, Nord Stream 2, EU, Russland