07:55 01 Dezember 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Kampf gegen den IS (813)
    1381
    Abonnieren

    Der Irak hat das russische Verteidigungsministerium gebeten, Informationen über die IS-Extremisten in Mossul bereitzustellen. Russland erklärte sich laut dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des russischen Föderationsrats, Konstantin Kossatschow, bereit, entsprechende Angaben weiterzugeben, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Mittwoch.

    „Die irakische Seite hat mit radiotechnischen Aufklärungsmitteln die Funkrufe der Feldkommandeure abgefangen und festgestellt, welche IS-Einheiten jetzt nahe Mossul agieren. Über das gemeinsame Koordinierungszentrum in Bagdad wurde die offizielle Bitte geschickt, die bei uns vorhandenen Informationen über diese Einheiten, ihre Stärke, Waffen und Taktik mitzuteilen“, sagte eine Quelle aus russischen Militärkreisen. „Die russische Seite hat positiv reagiert und bereitet jetzt Angaben vor, die in der nächsten Zeit an die irakischen Militärs übermittelt werden.“

    Kossatschow zufolge sieht Moskau keine Hindernisse dafür, um Bagdad mit Informationen zu versorgen. „Russland und der Irak verfolgen dieselben Ziele im Kontext der Antiterrorbekämpfung – in diesem Fall im Irak. Ich sehe keine Hindernisse dafür, dass der Austausch von Aufklärungsdaten ohne jegliche Einschränkungen erfolgt“, sagte Kossatschow.

    „Der Austausch von Aufklärungsdaten zwischen Bagdad und Moskau erfolgt auf einer sehr hohen Ebene. Russland ist ein zuverlässiger Verbündeter und unterstützt den Irak mit der Lieferung von Waffen und Munition, die im Kampf gegen die IS-Terroristen eingesetzt werden. Wir nutzen russische Kampfhubschrauber“, sagte ein Sprecher der irakischen Armee. „Es besteht die Gefahr des Abzugs der Extremisten aus dem Irak nach Syrien, weshalb wir alles daran setzen, die Terroristen hier zu vernichten.“ 

    Kampf gegen IS: USA kündigen nächstes Ziel nach Mossul an

    Laut dem russischen Militärexperten Wladimir Jewsejew ist die Hilfe für die Iraker im Kampf um Mossul von prinzipieller Bedeutung, weil viele Extremisten aus der Stadt ins benachbarte Syrien fliehen.

    „Die Kooperation im Rahmen des Koordinierungszentrums in Bagdad, wo Spezialisten aus Russland, dem Irak, dem Iran und Syrien vertreten sind, ist beiderseitig vorteilhaft. Für uns hat es keinen Sinn, von unseren Partnern Aufklärungsdaten zu verheimlichen, die die Offensive der irakischen Armee auf Mossul erleichtern können. Zugleich können auch wir notwendige Informationen erhalten, die vor allem die Bewegung der Terroristen in Richtung Syrien betreffen“, so der Experte.

    US-Kampfjet F-22 Raptor
    © REUTERS / Toby Melville

    Das von vier Seiten betriebene Koordinierungszentrum in Bagdad wurde im September 2015 gebildet. Hier werden Informationen über die Lage in der Region im Kontext des Antiterrorkampfes  gesammelt und analysiert. Die erhaltenen Daten werden an die Generalstäbe der Teilnehmerländer übermittelt.

    Zuvor war vom russischen Generalstab mitgeteilt worden, dass die Situation im irakischen Mossul und in den benachbarten Gebieten, in denen die Antiterroroperation verläuft, beobachtet wird. Wie Generalstabschef Valeri Gerassimow berichtete, verfolgen die russischen Militärs die Situation in Echtzeit mithilfe von Aufklärungssatelliten. Darüber hinaus werden Luftaufklärungsmittel, darunter Drohnen, eingesetzt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Kampf gegen den IS (813)

    Zum Thema:

    Bagdad dementiert: Ankara an Mossul-Operation nicht beteiligt
    Nicht im gleichen Marschschritt: IS-Gegner vor Offensive auf Mossul uneinig
    Irakische Armee und örtliche Milizen setzen Anti-IS-Operation in Mossul fort
    Moskau: Attacke des IS auf Kirkuk überraschte Koalitionskräfte
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Irak, Russland, Mossul