21:16 15 Oktober 2018
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    Ein US-amerikanisches AWACS-Flugzeug

    Russische Kampfjets im Visier: Nato verlegt AWACS-Flugzeuge in die Türkei

    © Foto: U.S. Air Force / Brett Clashman
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    Nato-Experten verfolgen die Flüge der russischen Kampfjets in Syrien mithilfe von AWACS-Flugzeugen, die auf einem Luftwaffenstützpunkt in der Türkei stationiert wurden, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Das wurde am Mittwoch im Laufe eines Nato-Verteidigungsministertreffens in Brüssel verkündet.

    16 Flugzeuge des Typs E-3 gehören seit den 1980er Jahren der ganzen Allianz und nicht einzelnen Ländern. Ihre Besatzungen rotieren ständig. Anfang dieses Jahres wurden diese Maschinen auf Bitte der türkischen Regierung auf einen Stützpunkt in der Provinz Konya verlegt. Alle Nato-Länder gehören der Koalition zur IS-Bekämpfung an, aber die Beteiligung des Militärbündnisses beschränkt sich auf den Einsatz von AWACS-Flugzeugen und die Ausbildung irakischer Militärs. 

    Die AWACS-Maschinen werden nur über dem türkischen Territorium und im internationalen Luftraum, hauptsächlich über dem östlichen Teil des Mittelmeeres, fliegen. Allerdings können sie in einer Höhe von zehn Kilometern eine Fläche von 320.000 Quadratkilometern kontrollieren. Der erste Flug soll am 20. Oktober stattgefunden haben.

    Mehr zum Thema: USA wollen AWACS-Radarflugzeuge gegen IS einsetzen

    Der stellvertretende Nato-Kommandeur, Paddy Teakle, sagte: „Wir machen kein Hehl daraus, dass die AWACS-Systeme vom türkischen Territorium die russische Luftwaffe in Syrien und die Luftstreitkräfte Baschar al-Assads beobachten werden. (…) Aber das ist nicht unser einziges Ziel.“ Zugleich beteuerte er, dass die AWACS-Aufstellung in der Türkei mit der Stationierung russischer S-300-Raketen im syrischen Tartus oder dem Aufenthalt des russischen Flugzeugträgers „Admiral Kusnezow“ im Mittelmeer nichts zu tun habe. Die entsprechende Entscheidung sei noch beim Nato-Gipfel in Warschau im Juli getroffen worden. 

    Die Türkei habe ihre eigenen, und zwar noch moderneren Radar-Flugzeuge. Außerdem beobachten viele andere Aufklärungsflugzeuge der USA die Situation in Syrien und im Irak. Deshalb habe diese Nato-Aktion aus rein militärischer Sicht keine große Bedeutung, sagte eine dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Quelle. Diese Einsätze verfolgten eher das Ziel, den Zusammenhalt der Allianz zu zeigen, ähnlich wie die Entsendung von mehreren deutschen oder belgischen Kampfjets in den Nahen Osten, wo sowieso die US-Kräfte die Führungsrolle spielen.

    Darüber hinaus teilte der Insider mit, dass Russland seine Radar-Flugzeuge habe, die den AWACS-Maschinen ähnlich seien. Aber für die Beobachtung der Situation in der syrischen Luft reichen auch bodengestützte Radaranlagen aus, ergänzte er.

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