16:04 22 November 2019
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    IS-Kämpfer im syrischen Rakka

    Russland und USA im Tandem: Gemeinsame Befreiung von IS-Hochburg Rakka?

    © AFP 2019 / Mohammed Abdel Aziz
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    Russland will den USA vorschlagen, die Handlungen bei der Befreiungsoperation der IS-Hochburg Rakka zu koordinieren, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag.

    Washington sucht seinerseits nach einer Kooperation mit Moskau in Syrien und spricht von Plänen zur „Blockierung“ der Stadt nach der Einnahme des irakischen Mossul. Derweil betonen die syrischen Behörden abermals, dass die Amerikaner Damaskus um Genehmigung für die Operationen in Syrien bitten sollen.

    Moskau will nach der Präsidentschaftswahl in den USA, die am 8. November stattfindet, Washington vorschlagen, die Handlungen zur Vernichtung der IS-Extremisten in Rakka zu koordinieren, so eine Quelle aus russischen außenpolitischen Kreisen.

    „In dieser Etappe ist die vorrangige Aufgabe für Russland die Säuberung von Aleppo, die bis Jahresende abgeschlossen werden soll. Danach will sich Moskau an Washington mit dem Vorschlag wenden, eine gemeinsame Militäroperation zur Befreiung Rakkas durchzuführen. Es handelt sich um die Koordinierung von Handlungen in der Luft und den Austausch von Aufklärungsdaten zu den Stellungen der Extremisten. Doch der endgültige Beschluss soll nach der Präsidentschaftswahl in den USA getroffen werden, wenn sich herausstellt, wer das Land führen wird“, sagte die Quelle.

    Wie der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des Föderationsrates, Franz Klinzewitsch, sagte, ist Russland zur Kooperation mit den USA bei der Befreiung Rakkas bereit, allerdings erwartet Moskau von Washington Aufrichtigkeit beim Antiterrorkampf.

    „Wir sind an einer Kooperation mit den Amerikanern interessiert. Wir sagen dies ständig. Wir sind zum Dialog auf einer fairen und konstruktiven Grundlage bereit. Doch leider betrachten sie ein solches Zusammenwirken bislang nur zum Erreichen eigener Ziele, darunter zur Schwächung von Präsident Baschar Assad. Der Waffenstillstand wird zur Umgruppierung der Extremisten und die Initiativen zur Verlangsamung der Offensive der Regierungstruppen genutzt. Dabei steht der Antiterrorkampf gar nicht im Vordergrund“, sagte Klinzewitsch.

    Laut dem stellvertretenden Leiter des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates, Wladimir Dschabarow, könnten die Handlungen zur Befreiung Rakkas koordiniert werden. Das wichtigste sei aber, dass der Wunsch auf Gegenseitigkeit beruht und die Amerikaner nach Erreichen bestimmter Vereinbarungen keinen Rückzieher machen. Zudem wäre es unzulässig, wenn Washington mit Moskau in Rakka bzw. Mossul, jedoch nicht in Aleppo kooperieren würde. Der Antiterrorkampf müsse allumfassend sein, ohne Teilung in gute und schlechte Terroristen, so Dschabarow.

    Allerdings glaubt Damaskus nicht an die Pläne Washingtons, gegen den IS in Rakka kämpfen zu wollen. Laut dem syrischen Abgeordneten Muhammed Heir al-Akkam zeigt die Situation nahe Mossul, dass die USA nicht die Ausrottung des Terrorismus anstreben. „Bei völliger Nachsicht seitens der US-Koalition ist die Flucht der ISIL-Extremisten aus dem Irak in Richtung Rakka zu erkennen. Die Handlungen der USA sind also nicht auf die Säuberung Syriens von Terroristen, sondern auf die Eskalation der Situation im Lande gerichtet.“

    Die Handlungen der US-Koalition seien im Ganzen illegitim, weil Washington keine entsprechende Billigung von Damaskus erhalten habe. Selbst wenn man sich vorstellen könne, dass Russland und die USA eine Kooperation bei der Befreiung Rakkas vereinbaren, sollten die US-Behörden die syrischen Behörden um Genehmigung für jede Operationen bitten.

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    Tags:
    US-Präsidentschaftswahl 2016, Terrormiliz Daesh, Muhammed Heir al-Akkam, USA, Russland, Irak, Syrien, Rakka