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    Nato-Geheimdienste: Mehr Geld und Leute für Krieg gegen Russland

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    Nato verstärkt Aktivitäten an Russlands Grenzen (357)
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    Die westlichen Geheimdienste sehen in Russland die größte militärische Bedrohung und stärken deshalb ihre Kräfte, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Der Chef des britischen Nachrichtendienstes MI5, Andrew Parker, sagte im Interview mit der Zeitung „The Guardian“, dass Russland eine wachsende Bedrohung für die Stabilität Großbritanniens und Europas im Ganzen darstelle, da es moderne Mittel zum Erreichen der eigenen Ziele nutze – Propaganda, Spionage, Diversionen, Cyberangriffe u.a. Deswegen müssten sich der MI5 und andere westliche Geheimdienste dagegen wehren. Zur Erhöhung der Effizienz des britischen Sicherheitsdienstes soll die Zahl der MI5-Offiziere innerhalb von fünf Jahren von 4000 auf 5000 erhöht werden.

    Zum ersten Mal seit 107 Jahren gab ein MI5-Chef den britischen Medien ein Interview. Das Thema der von Russland ausgehenden Bedrohung war eines der wichtigsten bei dem Gespräch. Auch die Geheimdienste anderer Länder Europas und der USA wollen sich Russland widersetzen, und dafür sollen Personal und Vollmachten ausgebaut werden. Das Pentagon legte vor kurzem seine Ausgaben für die militärische Aufklärung im Finanzjahr 2016 offen, die sich auf 17,7 Milliarden US-Dollar belaufen. Die Ausgaben aller 16 US-Aufklärungsbehörden beliefen sich auf 53,9 Milliarden US-Dollar, was fast so viel wie der gesamte Militäretat Russlands ist.

    Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein bedeutender Teil dieser Mittel für die Erfüllung von Aufklärungsaufgaben gegenüber Russland und die Versorgung entsprechender Strukturen der Nato aufgebraucht wird. 2017 werden diese Zahlen noch höher sein, weil die Rüstungsausgaben um mehr als zwei Milliarden US-Dollar steigen. Die USA verheimlichen nicht, dass dies unter anderem mit „aggressiven Schritten Russlands und Chinas“ verbunden ist.

    Vor kurzem räumte auch der Bundestag dem Bundesnachrichtendienst (BND) größere Vollmachten ein. In der Nato wurde in der vergangenen Woche ein neuer Posten eingeführt – der Assistent des Generalsekretärs für Aufklärung. In dieses Amt wurde der bekannte deutsche Aufklärer Arndt Freytag von Loringhoven berufen, der als Russland-Experte gilt. 

    Nato errichtet „Stoltenberg-Linie“: Wer, wie und wo vor Russland schützen soll

    Laut Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg muss die Nato immer bereit sein, sich neuen Situationen anpassen zu können. „Wir beobachten eine gefährlichere Lage. Wir sehen die Handlungen Russlands im Osten, wir sehen die Gewalt im Süden, Operationen des ‚Islamischen Staates‘ im Irak und in Syrien, und das alles an den Grenzen der Nato“, so Stoltenberg. Ihm zufolge liegen die Ukraine, Georgien, der Irak und Syrien am Sicherheitsbereich der Allianz, weshalb die Schaffung einer einheitlichen Aufklärungsbehörde notwendig sei.

    Die Schaffung von Aufklärungsstrukturen nach Nato-Standards läuft bereits in den oben erwähnten Ländern. Dies teilte der Leiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU, Wassili Grizak, mit. In Kiew werden Mitarbeiter der ukrainischen Sicherheitsdienste von Nato-Aufklärern ausgebildet. Es wird auch am Informationskrieg gearbeitet. Grizak verheimlicht nicht, dass die vom SBU erhaltenen Informationen über Russland, das Donezbecken, die Krim auch von der Nato genutzt werden können. In derselben Richtung gehen auch die Sicherheitsdienste der baltischen Länder vor.

    Im estnischen Fernsehen wurde vor wenigen Tagen über eine angebliche russische „Hybrid-Operation“ in den baltischen Ländern berichtet. Demnach will der Kreml eine „Zivilarmee“ aus fünf Gruppierungen bilden, welche die Informations- und Propagandaressourcen, Machtstrukturen, Geschäftsbereiche und die Opposition kontrollieren sollen.

    Im Geiste der antirussischen Hysterie gehen auch die Sicherheitsstrukturen Litauens vor. Das Verteidigungsministerium Litauens bereitete einen speziellen Plan vor, nach dem die Einwohner Litauens auf den bewaffneten Widerstand im Falle einer Besatzung auf dem vom Gegner ergriffenen Territorium vorbereitet werden. Bei dem Besatzer handelt es sich natürlich um Russland.

    Laut dem russischen Militärexperten Wladimir Moltschanow wollen die Regierungen der osteuropäischen Länder mit Panikmache bei den Bürgern Zustimmung für ihre Aufrüstungspolitik und Militärkooperation mit den USA bekommen.

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    Tags:
    Britischer Geheimdienst MI5, NATO, Andrew Parker, Jens Stoltenberg, Russland