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    Dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten in den USA, Donald Trump, könnte die Wende im Kampf gegen die Demokratin Hillary Clinton gelungen sein, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Die jüngsten Umfragen des Senders ABC und der Zeitung "Washington Post" ergaben, dass der Milliardär jetzt mit 46 Prozent in Führung liege, während seine Herausforderin „nur“ auf 45 Prozent komme. Das geschieht vor dem Hintergrund der Schlammschlacht zwischen den beiden, wobei zahlreiche kompromittierende Informationen über beide veröffentlicht werden. Laut CNN hat das FBI jüngst Ermittlungen der möglichen Verbindungen Trumps mit russischen Unternehmern aufgenommen. Gleichzeitig veröffentlichte es auch Dokumente über Korruptionsermittlungen aus den frühen 2000er-Jahren, die mit dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton verbunden waren. Unter anderem wird er der illegalen Bereicherung und Gesetzesverstößen bei der Begnadigung des Unternehmers Marc Rich beschuldigt.

    Angesichts der fehlenden Popularität der beiden Präsidentschaftskandidaten könnte die Wahlbeteiligung der Amerikaner einen Negativrekord erreichen: Laut einer Bloomberg-Studie schätzen nur 28 Prozent der Befragten die Aktivitäten Clintons und nur 26 Prozent die Aktivitäten Trumps positiv ein. 

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    Von der Apathie der Wähler zeugt auch die vorzeitige Abstimmung in Florida: Dort waren 2012 die schwarzen Wähler massenweise zu den Wahlurnen gekommen, um für Barack Obama zu stimmen. Jetzt aber verspüren sie keinen Enthusiasmus in Bezug auf Clinton. Die „Times“ behauptet, vor vier Jahren wären auf die Afroamerikaner 25 Prozent der Teilnehmer der vorgezogenen Abstimmung entfallen, diesmal aber nur 16 Prozent. Derselbe Trend lasse sich auch in North Carolina beobachten.

    Experten vermuten, dass es der früheren US-Außenministerin an Charisma mangele. „Clinton hat zwar gewisse Fähigkeiten, die Volksmassen zu mobilisieren, aber ihr Talent ist viel geringer als das des scheidenden Präsidenten“, äußerte der Direktor des russischen Instituts für USA- und Kanada-Studien, Valeri Garbusow. 

    Dafür aber hat Clinton viel mehr regionale Wahlstäbe in 46 von insgesamt 50 Bundesstaaten als Trump. Die Wahlstäbe koordinieren die Arbeit der regionalen Parteiaktivisten. „Solche Wahlstäbe spielen sicherlich eine sehr wichtige Rolle, besonders in der Schlussphase des Wahlrennens“, so Experte Garbusow. „Clinton hat viel größere politische Erfahrungen als Trump und versteht, wie wichtig es ist, mit regionalen Wählern zu arbeiten.“ Darüber hinaus genießt Clinton laut Bloomberg mehr Unterstützung seitens der Wähler, die weder die Demokraten noch die Republikaner unterstützen: 39 Prozent gegenüber nur 35 Prozent bei Trump.

    Allerdings wird die Konfrontation zwischen den beiden Parteien noch lange dauern, vermuten Experten. Denn am 8. November werden die Amerikaner nicht nur das Staatsoberhaupt, sondern auch das Parlament wählen. „Falls eine solche Situation entsteht, dass Clinton zur Präsidentin gewählt wird und im Kongress die Republikaner das Sagen haben, könnte ein richtiger Krieg zwischen den beiden Machtzweigen ausbrechen“, vermutete Garbusow. „Derzeit sind die Eliten beider Parteien mehr oder weniger einig, weil sie Trump nicht mögen. Aber falls Clinton in das Weiße Haus einzieht, würde diese Allianz nicht mehr lange bestehen.“

    Die „wachsenden Kontroversen“ zwischen den Parteien könnten nach seiner Auffassung zum Amtsenthebungsverfahren gegen den Staatschef bzw. die Staatschefin führen. Vor allem gelte das für Trump, denn falls er seine umstrittenen Eskapaden auch im Oval Office fortsetzen sollte, könnten die Republikaner und die Demokraten im Kongress versuchen, ihn loszuwerden.

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