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    Russland vs. Islamischer Staat (888)
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat das Verteidigungsministerium beauftragt, am 4. November eine zehn Stunden dauernde humanitäre Pause in Aleppo einzulegen. Zur Umsetzung dieses Plans wurden vom russischen Militär acht Fluchtkorridore eingerichtet – zwei für Extremisten und sechs für friedliche Einwohner.

    Allerdings fordern die Extremisten umgerechnet 300 US-Dollar von jedem, der Aleppo verlassen will — zur „Unterstützung der Brüder an Fronten“, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Putin beauftragte das russische Militär, am 4. November von 9. 00 bis 19.00 Uhr eine humanitäre Pause in Aleppo einzuführen. Zuvor hatte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, berichtet, dass Russland in Syrien acht Korridore offen hält, um Opfer zu verhindern. „Angesichts der Unfähigkeit unserer US-Kollegen, die Opposition von den Terroristen zu trennen, wenden wir uns direkt an alle Anführer der Terroristen, alle Kampfhandlungen einzustellen und Aleppo mit den eigenen Waffen zu verlassen. Dafür werden zwei Korridore geöffnet, von denen alle Regierungstruppen und die Technik abgezogen werden“, heißt es in der Mitteilung des Verteidigungsministeriums.

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    Die Extremisten fordern von den Zivilisten 300 US-Dollar, wenn diese die Stadt über die humanitären Korridore verlassen wollen. Dies steht in den von Extremisten verbreiteten Flugblättern. „Unsere Führung weiß um das große Leid der friedlichen Einwohner wegen der Bombenangriffe und Blockade der Stadtviertel von Aleppo durch die syrische Armee. Nach einer Absprache mit unseren Brüdern werden wir den Abzug der Menschen im Alter bis 14 und älter als 55 Jahre unter der Bedingung erlauben, dass jeder 150.000 syrische Pfund dafür zahlt – zur Unterstützung unserer Brüder an den Fronten“, heißt es im Flugblatt.

    Die humanitäre Situation spitzt sich weiterhin zu. Viele Einwohner des östlichen Aleppos haben weder Essen noch Wasser, geschweige denn 300 US-Dollar. Nach Angaben des UN-Menschenrechtskommissars kamen am vergangenen Wochenende in den westlichen Vierteln Aleppos, die von Regierungstruppen kontrolliert und von den Oppositionsgruppierungen beschossen werden, mehr als 30 friedliche Einwohner ums Leben, darunter zehn Kinder. Einige Dutzende wurden verletzt. Syrische Militärs haben andere Informationen – 84 kamen am Wochenende ums Leben, 280 wurden verletzt.

    Der Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stefan Dujarric, warf der bewaffneten syrischen Opposition das Ignorieren der internationalen humanitären Normen vor. Die hohe Opferzahl in Aleppo hänge mit der Verletzung des grundlegenden Verbots des internationalen humanitären Rechts zu willkürlichen  Attacken und der Prinzipien der Vorsicht und Unverhältnismäßigkeit zusammen. Zuvor hatte das Kommando der syrischen Armee berichtet, dass Dschebhat an-Nusra wieder eine Offensive in Aleppo startete. Nach Angaben von Damaskus wurden nach Han Tuman im Süden und Kafr Hamr im Norden mehr als 8000 Extremisten verlegt.

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    Der Beginn des Friedensprozesses in Syrien werde für unbestimmte Zeit verschoben, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag. Die russische Luftwaffe fliegt auf Putins Befehl bereits seit 16 Tagen keine Angriffe mehr auf Aleppo. Schoigu zufolge bremst der Westen die Anstrengungen der russischen Militärs, während die Extremisten dies für eigene Interessen nutzen. Schoigu stellte die Frage – gegen wen die US-geführte Koalition tatsächlich kämpft – gegen die Terroristen oder gegen Russland?

    Wie die Zeitung „The Times“ am Montag unter Berufung auf Quelle in westlichen Geheimdiensten berichtete, kann sich Russland der Erstürmung von Aleppo anschließen, sobald der russische Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ die syrische Küste erreicht hat. Nach Zeitungsangaben könnte dies bereits am Freitag der Fall. Außerdem sollen noch drei russische Angriffs-U-Boote hinzukommen.

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