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    Präsidentenwahl in USA (2016) (443)
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    In den USA wird am Dienstag der 45. Präsident gewählt. Die Kandidaten Donald Trump und Hillary Clinton nutzen die letzte Möglichkeit, um noch unschlüssige Wähler für sich zu gewinnen. Laut Umfrageergebnissen liegen die beiden Bewerber derzeit etwa auf Augenhöhe, was das Wahlrennen unvorhersehbar macht, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Der jetzige US-Wahlkampf ist gekennzeichnet durch eine rekordhohe Unpopularität beider Kandidaten. Trump gilt bei einem bedeutenden Teil des Establishments und der Gesellschaft als unwählbar und wird als Zerstörer der amerikanischen Werte betrachtet. Der Ruf Hillary Clintons ist durch zahlreiche Skandale geschädigt, vor allem durch die vom FBI-Chef initiierte neue Untersuchung der E-Mail-Affäre.

    Das US-Wahlrennen nähert sich seinem Ende. Bereits am Mittwoch wird der Name des neuen US-Präsidenten bekanntgegeben. Die Umfrageergebnisse sehen widersprüchlich aus. Laut der jüngsten Umfrage der Zeitung „The Washington Post“ und des TV-Senders ABC News hat Clinton zwei Tage vor der Wahl einen Vorsprung von fünf Prozent – 48 gegenüber 43 für Trump. Nach Angaben der „Los Angeles Times“ sind 48 Prozent der Wähler bereit, für Trump zu stimmen, 42,6 Prozent für Clinton. Der Umfrage von Rasmussen Report zufolge kommen beide Kandidaten auf jeweils 44 Prozent der Stimmen.

    Laut Trump handelt es sich bei den Umfragen, bei den Clinton die Nase vorn hat, um Manipulation und das Ergebnis des gegen ihn entfachten Informationskrieges. Allerdings zeigen die Umfragen nur ein durchschnittliches Bild für das Land, wobei die Situation in einzelnen Bundesstaaten nicht widergespiegelt wird – vor allem in den neun so genannten „schwankenden“ Bundesstaaten. Kurz vor der Wahl wird klar, dass der Ausgang des Wahlrennens von den Ergebnissen in Ohio, Nevada, North Carolina, Iowa und Florida bestimmt wird. Zudem ist es wichtig für Clinton, nicht die Stimmen in Pennsylvania und Michigan zu verlieren, die traditionell für die Demokraten stimmen.

    Während Trump voller Entschlossenheit in den Endspurt und in den meisten „schwankenden“ Bundesstaaten auf Wählerfang geht, bemüht sich das Wahlkampfteam der demokratischen Kandidatin, die erhaltene Zustimmung nicht zu verlieren. Eine Bestätigung für die zunehmenden Probleme Clintons ist die unklare Lage in Michigan, das in den vergangenen Jahrzehnten als Hochburg der Demokraten galt. Laut Umfrageergebnissen könnte Clinton in Michigan den Kürzeren ziehen. „Die Angaben der Umfrageergebnisse zeigen, dass das Rennen hart wird“, sagte der Leiter von Clintons Wahlstabs, Robby Mook. Angesichts des drohenden Verlusts der Stimmen in Michigan soll dort US-Präsident Barack Obama für Clinton werben.

    Ein weiterer Negativfaktor für Clinton ist der neu entfachte Skandal um ihre dienstliche E-Mail-Korrespondenz. Clinton und viele berühmte Demokraten warfen FBI-Chef James Comey Versuche vor, den republikanischen Kandidaten zu unterstützen. Allerdings wurde die Korrespondenz nicht offengelegt. Darüber hinaus ist Clintons Assistentin Huma Abedin in die E-Mail-Affäre verwickelt, und die hat einen ziemlich zweifelhaften Ruf. Die republikanischen Gegner Clintons machen darauf aufmerksam, dass Abedins Eltern, die in Saudi-Arabien aufgewachsen ist, Anhänger von Islamisten waren. Die Kritiker der ehemaligen Außenministerin schließen nicht aus, dass Clintons Unterstützung für den arabischen Frühling, bei dem die Muslimbrüder in Ägypten an die Macht kamen, mit ihrer Assistentin in Verbindung stehen könnte.

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    E-Mail-Skandal, US-Präsidentschaftswahl 2016, FBI, Donald Trump, Hillary Clinton, USA