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    „Demokratische Kräfte Syriens“ (SDF) im Norden von Rakka

    Offensive auf Rakka: „Islamischer Staat“ trifft auf „Wut des Euphrat“

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Vertreter der Verteidigungsministerien der USA und der Türkei haben in Ankara die jüngst begonnene Offensive bei Rakka, der syrischen „Hauptstadt“ des so genannten „Islamischen Staates“, besprochen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Der Einsatz „Wut des Euphrat“ ruft in Ankara große Sorgen hervor, denn er wurde von den prokurdischen „Demokratischen Kräften Syriens“ (SDF) initiiert und genießt die Unterstützung der von Washington angeführten Koalition.

    US-Generalstabschef Joseph Dunford traf an dem Tag in Ankara ein, als die SDF-Führung den Beginn der Offensive ausrief. Auf der Tagesordnung der Verhandlungen Dunfords mit seinem türkischen Amtskollegen Hulusi Akar stand allerdings nicht nur Rakka, sondern auch Manbidsch, das vom kurdischen Volksheer befreit wurde. Dabei hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zuvor erklärt, beide Städte seien Ziele der türkischen Armee in Syrien.

    US-Beamte räumen ein, dass die Offensive bei Rakka aus politischer Sicht komplizierter als die Befreiung des irakischen Mossuls ist. „Unser wichtigstes Ziel ist, die Türken zur Zurückhaltung zu überreden, damit sie der Versuchung widerstehen, etwas zu tun, was den Konflikt aufheizen würde“, erklärte ein hochrangiger Pentagon-Vertreter gegenüber Reuters. Um Ankara möglichst zu beruhigen, bemühen sich die Amerikaner darum, dass an der Offensive nicht nur Kurden, sondern auch Kämpfer turkmenischer und arabischer Herkunft teilnehmen.

    Allerdings konnten sich Washington und Ankara laut „Daily Beast“ immer noch nicht über die Rolle der Kurden bei der Befreiung Rakkas einigen. Den SDF gehören vor allem kurdische Selbstverteidigungskämpfer (YPG) an, die Ankara für Terroristen hält. Die SDF-Führung will ihrerseits nicht, dass sich die Türkei in die Offensive einmischt.

    Was den Einsatz „Wut des Euphrat“ selbst angeht, so soll er in zwei Phasen verlaufen. Zunächst soll Rakka eingekesselt werden, und erst dann würde der Sturm beginnen. Daran wird sich die Luftwaffe der von den USA angeführten Koalition beteiligen.

    Experten zweifeln jedoch an der Effizienz der SDF-Offensive bei Rakka. „Keine der dortigen Kräfte hat genügend Ressourcen, um den IS im Alleingang anzugreifen: weder die arabisch-kurdischen ‚Demokratischen Kräfte‘ noch die Opposition noch das Assad-Regime“, sagte Yezid Sayigh vom Carnegie-Center im Nahen Osten. „Und aus verschiedenen Gründen glaube ich nicht, dass die türkische Armee so weit gehen würde.“ Diese Informationskampagne verfolgt nach seiner Auffassung vor allem das Ziel, den IS zu irritieren.

    Wladimir Sotnikow vom russischen Institut für Orientalistik meint, dass nur die Freie Syrische Armee (FSA) genügend Ressourcen habe. „Egal wie, aber die Kampagne zur Befreiung Rakkas ist mit der Eroberung Mossuls verbunden“, stellte er fest. „Das wird eine erbitterte Schlacht, aber die demokratische Opposition hat Chancen, in die Stadt einzudringen und sie zu säubern. Das wäre möglich, wenn die Handlungen gut koordiniert werden und wenn die Kämpfer entscheiden, Rakka zu verlassen und sich woanders zu konzentrieren.“

    Die Eroberung Rakkas könnte aber die allgemeine Konstellation verändern, fuhr Sotnikow fort. „Rakka ist die symbolische IS-Hauptstadt. Seine Befreiung wäre ein Meilenstein im Kampf gegen diese Gruppierung. Dann wäre klar, dass der IS nicht unbesiegbar ist.“

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    Tags:
    Offensive, Terroristen, Kurden, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Rakka, Ankara, Syrien